Cop Stories – neue Kritiken auf Fortsetzung.tv

Seit heute laufen auf ORFeins wöchentlich Wiederholungen von CopStories, der aktuell wohl besten Serie made in Austria. Weil das leider wenige andere so sehen, weil sie schlichtweg CopStories gar nicht kennen, ist es mir ein Anliegen, dass man sich intensiver mit der Serie auseinandersetzt, und dafür will ich sowohl eine Plattform als auch ein Anstoßstein sein – mit Hilfe wöchentlicher Retro-Kritiken zu den ersten beiden Staffeln. Wenn diese dann im Herbst in die neue dritte Staffel münden, werden die Kritiken dann selbstverständlich direkt fortgesetzt.

Cop Stories 1.01 piano

Die Kritiken werden wöchentlich auf fortsetzung.tv erscheinen.
Hier der Link zur Auftaktsfolge, „Bahöh“:
http://fortsetzung.tv/2015/07/07/copstories-kritik-ep-1-01-bahoeh/

Weinberg: Eine Vorschau

Die meisten der aktuellen, großen, ausgezeichneten Prestige-Serien Amerikas wie z.B. Game of Thrones oder The Walking Dead stammen von Kabel-Netzwerken, die nur für eine Gebühr monatlich zugänglich sind. Die Sender erwarten sich durch diese meist sehr teuren Projekte nicht nur hohe Zuseherzahlen, sondern hoffen vor allem, mit Hilfe dieser breiter und lauter in den Medien erwähnt zu werden. Im deutschsprachigen Raum gibt es diesen Markt in einem nur sehr kleinen Raum; Kabel-Sender wie Fox Deutschland, TNT Serie oder Sky bestechen vielmehr durch raschere Importe der amerikanischen Programme als eigenproduzierte Qualitätsserien.

Seit Kurzem regt sich da allerdings etwas auf diesem Markt. TNT Serie schickte mit Add a Friend 2012 als erster deutscher Kabelsender eine Eigenproduktion ins Rennen. Jetzt scheint der Sender Blut geleckt zu haben: Mit der 6-teiligen Miniserie Weinberg, die ab September 2015 ausgestrahlt werden soll, steht das nächste Projekt in den Startlöchern.

Der Trailer ist vielversprechend: Optisch scheint man sich offensichtlich an True Detective orientiert zu haben, und schon im Trailer wird klar: Der titelgebende Weinberg dürfte ein Charakter für sich werden. Die Optik ist gewaltig, der Nebel beeindruckend, die Stimmung passend klaustrophobisch. Und wie hübsch ist das Serienlogo designt? Auch der Schnitt hat sich einiges Positives von der internationalen Konkurrenz abgeschaut: Mit der perfekt gewählten ätherischen Musik und der vagen, aber spannenden Atmosphäre ist der Weinberg-Trailer der einzig mir bekannte deutsche Serientrailer, den ich mir gerne immer wieder ansehe.

Es ist ersichtlich: Man hat sich richtig Mühe gegeben mit dem Projekt. Wie gut die Serie dann wirklich sein wird, davon kann man sich dann natürlich erst im September ein Bild machen. Eine gewisse Restskepsis bleibt: Die Prämisse ist zwar spannend, aber hat man so oder so ähnlich auch schon mal gesehen, wenn auch meist in ausgezeichneten Produktionen. Ein bisschen unbeholfen, um nicht zu sagen unnatürlich wirken die Schauspieler in der Begegnung am Nebelberg schon. Oder kommt mir das nur so vor, weil ich unbewusste Vorurteile gegenüber deutschsprachigen Serie besitze? Vielleicht kann Weinberg da ja Abhilfe schaffen.

Magere 400 mal wurde der Trailer bislang angesehen. Das ist schade, weil unverdient: Immerhin handelt es sich dabei wohl um ein, mit dem Risiko es zu verschreien, Schlüsselwerk für die zukünftige Entwicklung deutscher Serienstoffe. Für TNT Serie ist eine Eigenproduktion, auch wenn sie nur 6 Folgen umfasst, eine große Investition – wenn sich diese nicht lohnt, werden weitere Werke in dieser Form wohl eher vom Tisch fallen. Wie erwähnt geht es dabei dem Sender, der ja keine Werbeunterbrechungen progammiert, um Publicity. Wenn ich die Möglichkeit habe, würde ich dem Sender gerne den Gefallen tun, im September die Miniserie Folge für Folge zu verfolgen. In der Zwischenzeit hoffe ich, dass die Serie mehr Traktion in Sachen Aufmerksamkeit erhält. Ob Weinberg diese zurecht erhält erfahren wir dann im September.

Quo Vadis, Blamayer TV?

In den letzten Monaten ist es ruhig geworden um Blamayer TV, und das aus gutem Grund: Nachdem ich schon viel zu lange an meiner Diplomarbeit herumgetüftelt hatte, wollte ich diese endlich zur Fertigstellung bringen. Das ist nun geschehen, zur Gänze melde ich mich allerdings dennoch noch nicht zurück.

Vorweg: Die Kritiken zu Game of Thrones muss ich leider einstellen. Das hat unterschiedliche Gründe: Erstens möchte ich mich mehr der österreichischen und deutschsprachigen Serienwelt widmen. Meine Game of Thrones– oder The Walking Dead-Kritiken besitzen nicht wirklich einen Mehrwert für das Internet – davon gibt es ja sonst auch überall welche. Gute deutschsprachige Produktionen (natürlich gibt es sie!) erhalten deutlich weniger Publicity, und das nicht immer ganz zu Recht. Zweitens befasse ich mich aus beruflicher Absicht mehr und mehr mit aktueller Seriendramaturgie, und dafür eignet sich das Analysieren von Game of Thrones nicht sonderlich gut: Sie umrahmen zu viele spezielle Umstände (Adapation, keinerlei Rücksicht auf frühzeitige Einstellung, unvorstellbares Budget), als dass sie mir dafür nutzen würde. Nicht zuletzt kostet mir das Verfassen der Kritiken viel Zeit, die sich für mich im Angesicht der beiden genannten Gründe nicht lohnt.

Was steht dann für die nächste Zeit an? Ich habe mich dazu entschlossen, die Kritiken zu Altes Geld, Österreichs neuestem Prestige-Serienprojekt, zeitgleich mit der Free-TV Premieren der Episoden zu veröffentlichen. Alle anderen Medien haben die Serie als Gesamtwerk begutachtet (und für gut befunden), ich werde hingegen schauen, was die Serie Episode für Episode taugt. Für das anscheinend recht gute, quotenmäßig allerdings leider mau laufende Block B – Unter Arrest auf RTL bin ich jetzt ein wenig zu spät dran, um Kritiken zu fassen. Natürlich ärgere ich mich ein wenig, nicht die Zeit aufwenden zu können/gekonnt zu haben, um diese beiden Serien aktuell zu verfolgen/ verfolgt zu haben. Mit diesem Anspruch werde ich mich allerdings für die nächste Zeit ohnehin ein wenig zurückhalten müssen: Mit 1. August werde ich im Zuge meines anstehenden Gedenkdienstes nach Los Angeles ziehen, und ich weiß nicht, ob ich von dort aus auf das aktuelle Programm des ORF und den deutschsprachigen Sendern Zugriff haben werden kann.

In den nächsten Monaten werde ich mich mehr auf diverse Artikel fokussieren, die ich seit geraumer Zeit im Kopf habe – keine Episodenkritiken, sondern Beobachtungen und Überlegungen zu un- oder außergewöhnliche Serienstrukturen, die Vorstellung des österreichischen Film- und Serienbloggerkollektivs Cinenauten, sowie eine Vorschau für ein interessantes deutsches Serienprojekt, das bei TNT Serie in den Startlöchern steht. Nicht zuletzt werde ich wohl auch eine Überarbeitung meiner Diplomarbeit in den nächsten Monaten an dieser Stelle veröffentlichen. (Zuvor muss ich mich wohl noch über die rechtlichen Grundlagen dafür kümmern, u.a. weil ich ein paar Drehbücher und Abbildungen zitiere.) Diese trägt den Titel „The Art of the Arc“ und beschäftigt sich, in Englisch geschrieben, mit der kontemporären Seriendramaturgie, insbesondere mit der Frage, wie sich Figuren in ihnen entwickeln können.

In diesem Sinne sieht sich Blamayer TV einigen strukturellen Veränderungen gegenüber stehen. Der Fokus wird sich mehr auf deutschsprachige Serien richten, einzelne Artikel werden aber sicher auch internationale Projekte betreffen. Obwohl ich aktuell damit ein wenig kürzer treten, wird das Format der episodischen Kritiken natürlich nicht aufgegeben, denn nach wie vor gilt: Jede Folge zählt.

Kritik: Vorstadtweiber – Staffel 1

„Ihr Mann hat sie gedeckt!“ – „Eben nicht.“

Die erste Staffel der Vorstadtweiber entpuppte sich als Publikumsmagnet – gut nachvollziehbar also, dass eine zweite Staffel schon bestellt ist. Vom Staffelauftakt war meine Meinung eher gedämpft; Neun Folgen später sieht die Sache in einigen Dingen schon ganz anders aus – ganz rund läuft die Serie aber noch nicht.

Quelle: ORF TVthek Screencap. (c) MR Film, ORF. No copyright infringement intended, this is for educational purposes only.

Bei Maria, Nicoletta, Waltraud, Sabine und Caroline klicken, wie es der Vorspann und der Teaser angekündigt haben, endgültig die Handschellen. Ihre Männer sind schön aus dem Schneider, aber lassen die Sache dann doch nicht auf sich beruhen – irgendwie lieben sie ihre Frauen ja doch. Der wahre Täter, Jochen Schnitzler, ist währenddessen noch auf freiem Fuß…

Das Finale kann HIER in der TVthek bis zu 7 Tage nach Ausstrahlung angesehen werden. Ab hier gibts wie immer volle Spoiler für die Episoden.

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Einstellung der The Walking Dead Kritiken

Liebe Leserschaft,

Auch diese Woche wird es keine Kritik zur neuen The Walking Dead-Episode geben. Nach längerem Hin und Her habe ich mich dazu entschlossen, die TWD-Kritiken gänzlich einzustellen. Das hat mehrere Gründe:

1.) Der Zeitaufwand ist für mich aktuell sehr ungünstig, weil ich meine Universitätslaufbahn endlich zu Ende bringen möchte, und die aufwendigen Kritiken zu The Walking Dead einer der Gründe ist, um die Fertigstellung meiner Diplomarbeit aufzuschieben.

2.) Ich möchte meinen Blick fortan mehr den österreichischen und deutschen Serien widmen. Ich habe nicht nur das Gefühl, dass ich von diesen mehr lernen kann – ich denke auch, dass diese es dringender nötig haben. Im Netz gibt es etwa keine einzige Seite, die sich wöchentlich mit den Vorstadtweibern befasst – nicht, dass es die spektakulärste Serie aller Zeiten wäre, aber dennoch handelt es sich dabei um ein scheinbar sehr beliebtes Kulturgut, dem eine ernste Auseinandersetzung gut tun würde. (Leider habe ich wegen Punkt 1 auch dafür keine Zeit – noch.)

3.) Es ist kein großer Verlust, wenn es einen The Walking Dead-Blogger weniger gibt – es gibt ja genug. Empfehlen kann man natürlich immer die Serienjunkies als größten Deutschen Anbieter von Serienkritiken, aber auch etliche Kleinblogger wie ich befassen sich regelmäßig mit der Serie.

4.) Nicht zuletzt werde ich der Serie überdrüssig. The Walking Dead ist in seiner 5. Staffel wohl besser, als es die Serie je war, und dennoch liefert sie bloß stets dasselbe in neuem Gewand. Ich kann mich dafür nicht so begeistern, wie ich es etwa aktuell bei Person of Interest tun kann – eine Serie, die interessante Dinge zu sagen hat, und nicht in einen ewigen „This is what it takes to survive„-Strudel geraten ist. Ich schaue The Walking Dead zwar nach wie vor gerne, aber habe das Gefühl, kaum noch aufschlussreiche Dinge darüber sagen zu können – das meiste wurde schon gesagt, und all das andere wird auch anderswo gesagt.

Ob ich im April dann Game of Thrones Episode für Episode verfolgen werde, weiß ich noch nicht Recht. Bis dahin gedenke ich, neben ein paar Artikeln (etwa zum Staffelfinale von Vorstadtweiber) Auszüge aus meiner Diplomarbeit über Seriendramaturgie zu veröffentlichen, und ich gedenke, meine „Hineingeschaut“-Reihe auszubauen. Es ist ja eh ein Luxusproblem, zu viel qualitativen Fernsehserien ausgeliefert zu sein – schade aber, nicht über alle schreiben zu können.

Warum CopStories zum Wegschalten Animiert

CopStories ist eine tolle Serie, die sich durch eine komplexe Dramturgie, einem ausgesprochen breit gefächerten Ensemble und ihrer charakter-zentrierten Erzählweise auszeichnet. Ich schaue und lese gerne CopStories – nicht umsonst verfolge ich die Serie seit der 2. Staffel Episode für Episode. Dennoch schleicht sich in beinah jeder Episode in mir der Drang ein, nach ein paar Minuten wegzuschalten – und das, obwohl ich ein großer Fan der Titelsequenz bin. Warum ist das so? Eine Analyse.

Quelle: Cop Stories DVD Screencap. (c) ORF, Hoanzl, Gebhard Productions. No copyright infringement intended, this is for educational purposes only.

Schon bei meinen Episodenkritiken äußerte ich mich gegenüber der Teaser von CopStories, also jenen Szenen vor dem Vorspann, kritisch. Nun, da ich mich Zuge meiner Diplomarbeit eingehend mit der Struktur von TV-Serien befasse, kam ich nicht umhin, festzustellen, wie der Teaser dieser Serie sich nicht nur von jenen anderer Serien unterscheidet, sondern eigentlich auch dessen dramaturgischen Funktionen widerspricht. So musste ich feststellen: Bei CopStories ist das Cold Opening höchstens lauwarm.

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Reingeschaut: Vorstadtweiber.

„Die muss arbeiten, echt? Blöd gelaufen, hm?“

Vorstadtweiber ist die österreichische Antwort auf Desperate Housewives – geschlagene 10 Jahre nach dessen Erstausstrahlung. Es ist nicht lang genug, um sich des Images eines Abklatsches zu entziehen – noch dazu, wenn man sich so bemüht, das Original regelrecht nachzuäffen. Andererseits: Vielleicht findet sich jetzt ja eine Marktlücke. Der ORF gibt sich sichtlich Mühe: Vorstadtweiber sieht teuer produziert aus, doch ob sich die Mühe auszahlen wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: ORF TVthek Screencap. No copyright infringement intended, this is for educational purposes only.

V.l.n.r.: Nicoletta, Sabine, Maria, Waltraud, Caroline.

Fünf Hausfrauen, fünf Freundinnen, ein scheinbar unnatürlicher Todesfall – das sollte bekannt klingen. Maria gibt sich immer Mühe, aber wirkt ständig hilflos – nicht nur in ihrer Ehe. Waltraud befindet sich in liebloser Ehe, weshalb sie ein Verhältnis mit Marias Sohn hat. Caroline hingegen hat ein Verhältnis mit dem Geschäftspartner ihres Ehemannes. Sabine wurde gerade von ihrem Mann für eine Jüngere verlassen. Nicoletta wiederum hat eher geschäftliche Probleme, nachdem ihre Boutique überfallen wurde…

Vorstadtweiber läuft jeden Montag auf ORFeins ab 20.15 Uhr. Die Auftaktfolgen können HIER in der TVthek bis zu 7 Tage nach Ausstrahlung angesehen werden. Ab hier gibts wie immer volle Spoiler für die Episoden.

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