Kritik: Sherlock 3.3 „His Last Vow“/ „Sein letzter Schwur“.

„You are forgetting – I am a high-functioning sociopath.“

Wer sind Sherlock Holmes und John Watson, und was zeichnet diese beiden Figuren in dieser modernen Sherlock Holmes-Adaption eigentlich aus? Diese Fragen liegen im Hauptaugenmerk von Sherlocks dritter Staffel, und auch das Staffelfinale unterstreicht das. Anders als die beiden vorhergehenden Episoden ist „His Last Vow“ allerdings wieder ein düsteres, auf Nervenkitzel setzendes Kapitel der Sherlock-Saga, das mit dem furchteinflößenden Charles Augustus Magnussen den vielleicht spannendsten Bösewicht der letzten Jahre schafft.

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Charles Augustus Magnussen – Medienmogul und Napoleon der Erpressung. Der einzige Mann, den Sherlock Holmes wahrlich fürchtet. In ihm sieht sich Sherlock nach dem Ableben Moriartys endlich wieder einen würdevollen Gegenüber, diesmal jedoch von ganz anderer Natur: still, eiskalt, und allen anderen immer einen Schritt voraus. Auf der Suche nach Sherlocks Schwachstellen wird er bei den Watsons fündig…

Ab hier gibts wie immer volle Spoiler für die Episode.

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Kritik: Sherlock 3.2 „The Sign of Three“/ „Im Zeichen der Drei“.

„Don’t solve the murder – safe the life.“

Wie auch schon in den Staffeln zuvor ist auch die Mitte von Sherlocks dritter Staffel tonal ein klein wenig anders. „The Sign of Three“ schert sich nicht um den Bösewicht, den man in „The Empty Hearse“ einführte, und über lange Zeit auch nicht um einen dringlichen Fall. Stattdessen handelt „The Sign of Three„, mehr als jede Folge zuvor, von der Beziehung zwischen Watson und Sherlock – und wie Watsons Braut in dieses Bild hineinpasst.

(c) BBC

Watson heiratet – und Sherlock Holmes ist sein Trauzeuge. Ein Rezept für ein Desaster, möchte man meinen, und in der Tat entsteht ein ganz schöner Tumult bei Sherlocks Ansprache. Während seines Monologes rezitiert Sherlock viele gemeinsam gelöste und sogar ungelöste Fälle – die Spur eines davon, so wird Sherlock jedoch plötzlich klar, führt direkt zu dieser Hochzeit…

Ab hier gibts wie immer volle Spoiler für die Episode.

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Kritik: Sherlock 3.1 „The Empty Hearse“/ „Der leere Sarg“.

„Well, short version: not dead.“

Zwei ganze Jahre ließ Sherlock verstreichen, um das Mysterium des vorgetäuschten Todes von Sherlock Holmes zu enthüllen. Selten spannt eine Serie ihre Zuseher so lange auf die Folter, und der Cliffhänger drohte über diese lange Durststrecke an frischem Sherlock-Material so langsam die Luft auszugehen. Sherlock macht dies allerdings zur Tugend, reizt seinen selbstkreierten Hype bis zum Äußersten aus – und beweist damit, dass die Serie zweifelsohne zum gerissensten Fernsehen gehört, das uns 2014 begegnen wird.

(c) BBC

Sherlock Holmes lebt – während wir das schon seit zwei Jahren wissen, erfährt Sherlocks engster Vertrauter Watson erst jetzt davon. Sherlock versucht, die Situation mit Humor zu nehmen, doch die beiden können nicht einfach dort weitermachen, wo sie aufgehört haben: Watson ist jetzt verlobt, und der Verrat seines besten Freundes trifft ihn schwer. Viel Zeit bleibt Sherlock Holmes nicht, die Freundschaft wieder zurechtzurücken: Ein Bombenanschlag auf London droht…

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Sherlock 2.3 „The Reichenbach Fall“: Das letzte Problem.

„I see. You’re not ordinary. No. You’re me. You’re me. Thank you, Sherlock Holmes.“

Sherlock Holmes (vorerst) letzter Fall lässt ihn noch einmal gegen das Superhirn James Moriarty in einem epischen Duell der Gedächtnismeister antreten. Im Gegensatz zu den üblichen Verbrechern verfolgt Moriarty nicht das Ziel, sich zu bereichern oder Macht anzueignen. Moriarty möchte einzig und allein der Welt beweisen, dass er schlauer als Holmes ist, indem er diesen in einem Spiel zerstört. Der Einsatz: Sherlock Holmes‘ und Moriartys Leben.

Quelle: http://kotwg.blogspot.com/2012/01/sherlock-reichenbach-fall-review.html

James Moriarty (Andrew Scott) ist der Mä-Mä-Mä-Märchenprinz. Die Kronjuwelen sind nur Ablenkung für seinen wahren Plan: der Fall des Meisterdetektiv Sherlock Holmes.

Sherlock enttäuschte in „Die Hunde von Baserville“ ein wenig unter anderem, weil bekannte Spieler (Molly, Lestrade, Mycroft, Moriarty) fehlten und der Einsatz und die mögliche Fallhöhe zu niedrig waren. In „Der Reichenbachfall“ geht es hingegen um alles: Moriarty, ein durchaus ernst zu nehmender Gegner, trachtet nicht nur nach Sherlocks Ruf und Leben, sondern vor allem auch dessen Glauben an sich selbst. In psychologisch bislang ungeahnter Raffinesse verwickelt uns die Serie erneut in einen komplexen und dramatischen Fall.

Ab hier gibts wie immer volle Spoiler.

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Sherlock 2.2 „The Hounds of Baskerville“: Angst und Verstand.

“ I don’t have friends. I’ve just got one.“

Wenn eine Serie so ein Meisterwerk wie „Ein Skandal in Belgravia“ abliefert sind die Erwartungen für die weiteren Episoden natürlich enorm – und man muss fast damit rechnen, dass die Serie nicht immer auf einem so hohen Niveau liegen kann. Genau das passiert beim Betrachten von „Die Hunde von Baskerville„, der zweiten Folge der zweiten Staffel von Sherlock, welche leider kein Vergleich dazu ist.

Quelle: http://www.tvfanatic.com/gallery/the-hounds-of-baskerville-scene/

Dr. John Watson (Martin Freeman) und Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) haben diesmal das Glück, den Fall in der wunderschönen Landschaft Englands zu lösen.

Sherlock Holmes befindet sich einmal mehr auf der dringenden Suche nach einem Fall und stellt allerlei irrationale Sachen an (mein Favorit ist, als er blutüberströmt nach Hause kommt und nicht erwähnt wird, woher das Blut stammt) – er ist geradezu süchtig nach Fällen, durch sie lebt er, durch sie kann er sich profilieren, durch sie ist er wer er ist. Sein Bekanntschaftsgrad lässt Henry Knight Holmes vom mysteriösen Tod seines Vaters berichten, und Holmes ist begeistert – ab nach Baskerville auf die Jagd nach überlebensgroßen Bestien!

Ab hier gibts wie immer volle Spoiler.

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Sherlock 2.1 „Ein Skandal in Belgravia“: Die eine Frau.

„This is how I want you to remember me. The woman who beat you.“

Ah Irene – welcher Holmes-Fan schwärmt nicht von ihr, der Femme Fatale, der Legende nach die einzigen Frau, die Sherlock Holmes je besiegen konnte? Sherlock nimmt sich ihrem Mythos in „A Scandal in Belgravia„/ „Ein Skandal in Belgravia“ (ein Staddteil Londons) mit viel Ehrfurcht und Grazie an – Irene Adler lässt die Kinnläden vorm Fernseher runterklappen.

Lara Pulver spielt die moderne Version von Irene Adler – eine Domina, die prekäre Fotos mit einem Mitglied der Königsfamilie als „Sicherheit“ nicht rausrücken möchte.

Wow, einfach nur wow. Die Staffelpremiere der zweiten Season von Sherlock ist einfach unglaublich. Selbst der König des Populär-Mindfuck-Genres, Inception von Christopher Nolan, muss sich vor der Raffiniertheit dieser 90-minütigen Episode verneigen – die Geschichte ist ähnlich unterhaltsam und noch ein Eck komplexer, gelegentlich sogar jenseits dem Normalbürgerzumutbarem.Aber: die Serie weiß ganz genau, wie sie mit den emotionalen Befinden ihrer Charaktere umgehen soll, was ja grad bei Sherlock Holmes selbst gar nicht so einfach ist. Ganz von den Socken muss ich einfach feststellen: „A Scandal in Belgravia“ ist ein Meisterwerk.

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Sherlock 1.1 „Ein Fall von Pink“: Gedankenduell.

„You are not haunted by the war… you miss it. Welcome back, Mr. Watson.“

Sherlock ist eine Neuinterpretation der berühmten Sherlock Holmes Romane von Sir Arthur Conan Doyle: Produziert von der BBC siedelt man die Geschichten rund um Holmes und Watson im modernen London der Jetztzeit an. Dieser Wechsel der Szenerie ist allerdings nicht nur Etikette – mit erstaunlicher Finesse gelingt es den Drehbuchautoren, Holmes Scharfsinn auf die Möglichkeiten der modernen Technik treffen zu lassen.

Quelle: ORF-Serien Facebook-Seite

Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und John Watson (Martin Freeman) werden ins 21. Jahrhundert verfrachtet, sehen sich aber immer noch mit den selben Problemen und ähnlichen Fällen wie ihn Doyles Romanen konfrontiert.

Die Serie besteht zurzeit aus zwei Staffeln mit je drei 90-minütigen Episoden. Die erste Folge, „Ein Fall von Pink“ (im Original „A Study of Pink„, eine Anspielung auf Doyles Werk „A Study of Scarlet“) ist die Wie-alles-begann-Episode, in der Sherlock und Watson sich erstmals begegnen und sogleich eine ungleiche, aber auch einzigartige Allianz schließen. Und vom ersten Moment an können Liebhaber der Doyle-Romane erkennen, wie treu Sherlock den verschiedensten Elementen des Originals bleibt, ohne sich daran festzubeißen.

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