Kritik: Game of Thrones 4×10 „The Children“/ „Die Kinder“.

„I am no son of yours.“

Game of Thrones besitzt zur Zeit ein absolutes Luxusproblem: Es hat zu viele epische Szenen auf einmal auf Lager. Trotz größerer Überlänge birst „The Children“ aus allen Nähten, beinhaltet aber wirklich enorm zufriedenstellende Ereignisse – so rund schaffte die Serie es noch nie, eine Staffel zu beenden.

Quelle: Game of Thrones 4x10 promo screencap, YouTube. (c) HBO. No copyright infringement intended, this is for educational purposes only.

Bran und Co. kommen endlich an ihrem Ziel an – doch sie haben ungewollten Besuch. Arya und der Hound erhalten einen Überraschungsgast, und Tyrions Exekution steht kurz bevor…

Ab hier gibts wie immer volle Spoiler für die Episode. Für Game of Thrones spezifisch: Ich habe alle Bücher gelesen, werde diese Rezension allerdings für jene schreiben, für die die TV-Serie Erstberührung mit dem Material ist. Kommentare werden moderiert, um Spoilern vorzubeugen.

The Children“ ist ein Finale, wie es im Buche steht – gleich mehrere, wirklich fesselnde Handlungsstränge finden hier ihr Ende. Es ist wahrlich faszinierend, wie viele Figuren hier am Ende einer ihrer Reisen ankommen und sogleich auf die nächste aufbrechen – Reisen, die mitunter schon mehrere Staffeln lang andauern, für manche Charaktere sogar darüber hinaus ihr ganzes Leben lang. Mit so vielen strukturellen Umbrüchen fühlt sich das Ende der 4. Staffel damit wie ein bewusst gesetzter Mittpunkt der Serie an – was auch mit den Aussagen von Serienschöpfern Weiss und Benioff zusammenstimmt, die (meiner Ansicht nach sehr optimistisch) von lediglich 7 Staffeln sprechen.

Bon voyage!

Das wohl klarste Ende ihrer Reise erfährt Arya Stark, die nun schon seit dem Ende der allerersten Staffel auf Irrfahrt ist, nur um jetzt gar wortwörtlich in See zu stechen, um neue Ufer zu erkunden. Game of Thrones weiß zu überraschen, indem die Serie stets mehrere narrativ verlockende Wege bereithält – wird Arya endlich ihrer Schwester wieder begegnen? Sich mit dem Hound vielleicht der Brotherhood Without Banners anschließen? Unter der Obhut Brienne von Tarths zur Kämpferin ausgebildet? Oder wird sie doch dem Ruf des Jaqen H’ghar folgen – jener Assassine, der ihr am Ende der zweiten Staffel eine geheimnisvolle Münze übergab („Valar Morghulis„)? All diese Optionen klingen ziemlich verlockend, und so ist ihre Fahrt ins ungewisse Braavos eine echte Überraschung.

Die gleiche Möglichkeitenvielfalt besitzt die Serie auch, sobald Brienne Arya entdeckt – wodurch sich der brutale Kampf zwischen dem Hound und Brienne zu einem der spannendsten der gesamten Serie entwickelt. Das sind zwei Figuren, die dem Zuseher ans Herz gewachsen sind – man will kaum hinsehen und einen der beiden sterben sehen, zumal beide noch Rechnungen offen haben. Sandor wollte doch seinen Bruder zur Strecke bringen (der anscheinend noch am Leben ist, so halbwegs zumindest: „the process may change him… somewhat…“), und auch seine Beziehung mit Arya war noch nicht vollständig zur Blüte gekommen – wäre es nicht schön gewesen, ihn Aryas Wassertanz-Fertigkeiten auch mal respektieren zu sehen? Oder ein Wiedersehen mit Sansa, für die er trotz seiner dreckigen Worte wahre Empathie und vielleicht sogar noch mehr empfand – seine einzig positive Erinnerung? Auch Brienne hat ihrerseits jede Menge auf dem Spiel stehen: Ihre Beziehung zum (wenig treuen) Jaime ist da nur Nebensache – ihre Figur wird nun schon die ganze Staffel dafür präperiert, einen entscheidenden Beitrag für die Serie zu leisten. Damit kann sie doch nur gewinnen, oder?

Und so stirbt der Hound, heimlich eine der tragischsten Figuren der Serie. Während Brienne einmal mehr frustriert von dannen zieht (und unklar ist, was die Serie jetzt mit ihr machen wird – Arya ist weg, und Sansa bestens versteckt), unterlässt es Arya, dem Hound seinen letzten Wunsch zu gewähren. Dieses Mädchen besitzt nun eine Kälte, die kaum noch jemand zu durchdringen mag. Brienne hätte es beinahe geschafft, ist sie doch eigentlich ein tolles Vorbild in der Patriarchie dieser Welt, aber der Hound hat schon Recht: Brienne zu vertrauen wäre ein nicht zu rechtfertigendes Risiko. Hach, Game of Thrones, was bist du nicht für ein Meister der tragischen Entwicklungen!

Die drei-äugige Krähe.

Eigentlich noch viel länger ist Bran Stark schon auf seinem Weg, der Suche nach dem drei-äugigen Raaben, genauer gesagt seit der zweiten Episode schon. Bewundernswert ist natürlich, man kommt an dieser Stelle nicht umhin das anzuführen, wie langfristig dieser Charakterbogen aufgespannt wurde, und wie er hier nun endlich beginnt, seine Erfüllung zu finden. Was genau es jetzt mit den Children of the Forest und dem Raaben-Mann auf sich hat, wird sich uns wohl erst in den nächsten Staffeln erschließen, die gesamte Sequenz macht aber einiges her – und ist mit einem Schlag der Beweis, dass sich die Bran-Geschichte, nebst Daenerys wohl die abgekapselste Geschichte der Serie, absolut auszahlt.

Bezahlt wird das mit dem Blut Jojens. Ich war schon im Grunde seit dem Zusammenschluss mit den Reed-Geschwistern der Überzeugung, dass einer der beiden früher oder später in den Schnee beißen wird, weil sich die Rollen der beiden zu sehr überdeckt haben. Dafür hat sich Jojen ziemlich wacker gehalten, es immerhin bis tiefst in den Norden geschafft, und fällt nun erst den mysteriösen reanimierten Skeletten zum Opfer. Der Kampf ist spektakulär, ist er doch ein gutes Beispiel dafür, wie Game of Thrones weiterhin die besten Spezialeffekte der Fernsehwelt bietet – aber warum tauchen die magischen Skelette denn ein paar Meter vor der magischen Barriere auf, die sie nicht passieren können? Naja, dramatisch war es zumindest, und ich denke, dass Jojen dadurch wirklich ein sehr hübsches Ende erfährt – das letzte Bild auf seiner Iris ist jenes des mystischen Kindes, sprich: die Erfüllung der Mission und die Bestätigung seiner Worte und Lehren.

Es ist nicht zu bestreiten, dass Game of Thrones mit dieser Sequenz im Norden seine Fantasy-Aspekte nach oben schraubt, hat sich das aber großteils auch Stück für Stück erarbeitet, um jetzt nicht Zuseher zu verschrecken. Jedenfalls lassen diese neuen Entwicklungen jede Menge Raum für Spekulationen und Interpretationen. Man beachte etwa den Thron, auf dem der Mann mit den „one thousand eyes and one“ sitzt – ein Spiegelbild zu jenem in King’s Landing – wohl ebenso unbequem, um ihn jederzeit daran zu erinnern, wie schwer es ist zu herrschen, doch es ist ein natürlich gewachsener Stuhl, der nicht aus 1000 Schwertern aus dutzenden Kriegen geschmiedet werden musste. Noch sitzt der Raabenmann darauf, aber ich könnte mir vorstellen, dass Hodors Karren ihm langsam ein wenig unbequem wird.

Ours is the Fury.

Dann ist da Stannis, der schon seit zwei Staffeln auf Reisen ist und dabei eigentlich ständig im Kreis getreten ist, und in „The Children“ endlich beweist, warum er ein respektabler König ist: weil er die sieben Königreiche rettet, um sie überhaupt erst erobern zu können. Es ist der Überladenheit der Episode beziehungsweise der letzten paar Folgen geschuldet, dass die Rettung der Mauer an einem solch dramaturgisch ungünstigen Moment platziert ist – am Anfang der Episode macht diese überraschende Wendung einfach nicht sonderlich viel her. Leider wirken auch das Verbrennen von Pyp, Grenn und Ygritte sowie Tormunds und Jons wenig subtile Unterhaltung über die feuerrote Kriegerin (Wer hat das denn bitte nicht mitbekommen, dass ihre wiederholten Todeswünsche für Jon heimliche Liebesbekundungen waren?) nicht wie die erhofft großen Cliffhänger. Die Episode bietet das zwar sonst reichlich, an der Mauer gibt es aber ausnahmsweise ein paar Längen – das aber glücklicherweise keine faden.

Aber ich will kein Miesepeter sein – stattdessen sollten wir zelebrieren, dass Stannis wieder Feuer und Flamme ist, und die neue Rangordnung an der Mauer eine spannende wird. Was etwa wird jetzt mit den knapp 100.000 Wildlingen geschehen, die nach wie vor nördlich der Mauer sind? Stannis wird offenkundig hellhörig, als er erfährt, dass er es bei Jon um den Sohn von Eddard Stark zu tun hat, der in Staffel 1 immerhin in Stannis‘ Namen gehenkt wurde – was hat Stannis vor? Und durch das Feuer der Körper der Gefallenen hinweg entdeckt Melisandre ebenfalls Jon Snow, und macht ihm dabei verdächtig schöne, feuerrothaarige Augen… Während der Staffel war die Dynamik an der Mauer nicht immer die interessanteste gewesen, mit dem Wegfall von Pyp, Grenn und Ygritte drohte die Stimmung wieder ein wenig zu stagnieren. Mit Stannis an der Mauer verwandelt sich die Lokalität hingegen plötzlich zu einer der dicht bevölkertsten und spannendsten – gute Signale also für Staffel 5, die Stannis aus einer 2-jährigen Hungerperiode holen.

Teilen und Herrschen.

Ebenfalls von einer Reise angekommen: Daenerys Targaryen. Es ist natürlich nach wie vor zum Verrücktwerden, wie sehr sie sich weigert, nach Westeros zu segeln, weil sie sich um Meereen, Astapor und Yunkai kümmern möchte. Gleichzeitig werden mit ihr andere Themen über das Herrschen erforscht, während ihre Drachen so langsam groß genug werden, um als unaufhaltbare Macht halb Westeros zu erobern… oder in Schutt und Asche stürzen. Kurz vor Halbzeit der Staffel entschied sie sich damit zu begnügen, als Königin zu herrschen, lernte dann aber in jeder ihrer Episoden, dass das wohl nicht so einfach ist wie gedacht – selbst, wenn sie mal auf Barristan Selmy hören würde.

Und so bewahrheiten sich Ser Jorahs Worte in dieser Episode nun endgültig: „They are dragons, Khaleesi„, sagte er, „they can never be tamed – not even by their mother.“ Und was soll sie tun, wenn sie die Kontrolle verliert? Sie sperrt ihre zwei kleineren Drachen (Rhaegal und Viserion) schluchzend ein; Drogon hingegen war schon immer ihr widerspenstigster, größter und aggresivster Drache, und der lässt sich eben nicht von seiner Mutter zähmen. Die zwei kleineren Drachen könnten hingegen erst durch das Einsperren so recht Ungehorsam entwickeln. Und ich erinnere an Brans Vision eines gigantischen Drachenschattens über King’s Landing: Es war nur einer, folglich wahrscheinlich jener von Drogon, und wenn ein Monster, das einmal solche Ausmaße annehmen wird, jetzt schon für Unruhen in Daenerys‘ Bevölkerung sorgt, wo soll dann das Ganze hinführen? Daenerys hat, im Gegensatz zu allen anderen Protagonisten, zur Zeit kaum Feinde, die es mit ihr kräftemäßig aufnehmen könnten, kommt aber dennoch nicht zur Ruhe. Sie ist dabei, zu lernen, wie verzwickt das Herrschen doch sein kann, oftmals mit Entscheidungen, die keine Gewinner dastehen lassen – erstmals steht sie an einem Staffelende nicht als solche da.

Gold scheißen.

Und dann ist da noch Tyrion, der, von Jaime und Varys (!?) aus seiner Gefangenschaft befreit, seinem Vater einen letzten Besuch abstattet. Obwohl der Mord an Tywin als der Cliffhänger der Episode gilt – allein natürlich an der Positionierung in der Episode zu erkennen, aber auch weil Tyrion nun mal die zentrale Figur im zentralen Handlungsort ist – kann die Episode da nicht ganz die Dramatik erzeugen, die sie sich wünscht. Nicht, dass das falsch verstanden wird: Tywins Tod ist schockierend und wird einen politischen Erdrutsch auslösen, aber erstmals muss sich die Serie ein wenig strecken, um die Charaktermotivationen auch tatsächlich den Handlungsverlauf erklären zu lassen.

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass die Figur der Shae ein wenig zu zweidimensional daherkam, insbesondere was ihre Untätigkeit in den vergangenen drei Staffeln betrifft – immerhin befand sie sich ganze 3 Staffeln lang im Hauptkader von Game of Thrones, und dafür besaß sie erschreckend wenig Einfluss auf die Handlung. Mehr ärgert mich allerdings, wie sie auch charakterlich nicht klar genug gezeichnet wurde, um Tyrion nicht nur vor den Augen des versammelten Königshofes zu verraten („The Laws of Gods and Men„), sondern nun auch noch mit Tywin zu schlafen. Der Verrat war und ist irre spannend, nur stellt sich die entscheidende Frage: Warum? Oder noch besser: Warum so plötzlich? Shae machte bis in diese Staffel hinein nie den Eindruck, dass sie Tyrion nicht lieben würde, dass ihre „my lion„-Beteuerungen nicht echt wären.

Während der Gerichtsverhandlung nahm ich an, ihre Falschaussagen seien durch politischen Druck motiviert gewesen, auch wenn ihre Körnchen Wahrheit erst das Salz in Tyrions Wunden waren. Ihre Gelassenheit im Bett der Hand hingegen sagt deutlich aus, dass sie ihren ehemaligen Liebhaber schlichtweg nach Strich und Faden hintergangen hat. Sie versucht nicht, bei Tyrions Anblick Worte der Versöhnung zu finden, sondern greift direkt zum Messer. Ich finde leider keine Lichtblicke in ihrer Figur – es war einfach zu offensichtlich, dass Tyrion Shae mit Lügen dazu bringen wollte, King’s Landing in dieser Staffel zu verlassen, um das Ende ihrer Beziehung (und Shaes Lebens) als tragisches Unglück auffassen zu können. Ich habe das Gefühl, dass Game of Thrones da fast ein wenig verschwenderisch mit diesem Tod umgegangen ist – ein paar Dialoge mehr hätten nicht geschadet.

Quelle: Game of Thrones 4x10 promo screencap, YouTube. (c) HBO. No copyright infringement intended, this is for educational purposes only.

Und auch Tywins Tod war ein klein wenig unspektakulär – vielleicht auch dem geschuldet, dass die gesamte Episode eine Serie von Klimaxen ist. Bei Tywin ist aber auch der Punkt: Der ewige Familientyrann, für den Ehre über alles geht, stirbt den am wenigsten heldenhaften Tod, den er sich nur vorstellen kann. Um an Littlefinger’s Worte zu erinnern: Tywin Lannisters Exkremente sind nicht wirklich aus Gold. Nicht nur, dass ihn sein eigener Sohn umbrachte – Mord an Blutsverwandten gilt in Westeros ja als große Schande – sondern auch der unzeremonielle Ort, an dem er verstirbt, ist genau das Letzte, das er sich wohl für das Haus Lannister gewünscht hat. Und das zudem nach dem Geständnis seiner Tochter, dass die Gerüchte des Inzests wahr seien. Für Tywin fällt in diesen 24 Stunden die Welt zusammen, denn mit ihm stirbt der letzte große Rest Ehre, den die Lannisters noch in den Augen der Bevölkerung besitzen. Von nun an geht es nur noch abwärts – vielleicht nicht für Tyrion, vielleicht nicht für Jaime, vielleicht nicht Cersei – aber für die Familie als Gesamtes. Und die ist Tywin wichtiger als seine Kinder.

Tywins letzte Worte finde ich fast ein wenig enttäuschend zweideutig. Er ist sich schon sicher, dass er Tyrion nicht als seinen wahrhaftigen Sohn sieht – eine Ironie natürlich, hat Tyrion doch am Ehesten den scharfen Verstand und das diplomatische Geschick seines Vaters geerbt. Es überwiegt der Hass auf den Sohn, der Tywins Ehefrau bei der Geburt versterben ließ – und dennoch hatte er noch vor 4 Episoden mit Jaime darüber verhandeln wollen, dass Tyrion an der Mauer am Leben bleiben würde. Der Hass auf seinen Vater wird natürlich nach dem Fund von Shae vervielfacht, aber warum stattet Tyrion eigentlich nicht seiner Schwester einen Besuch ab? Aber auch so soll es ihm recht sein – er zerstört willentlich das Lebenswerk seines Vaters, so wie dieser jenes von Tyrion in den letzten beiden Staffeln zerstört hat. Und so wendet sich mit Staffel 4 das Blatt im Krieg um den Thron – jetzt ist King’s Landing auf die Weisheit des König Tommens und seinem Ser Pounce angewiesen. Die White Walkers können gar nicht schnell genug kommen.

noch mehr Bla:

– Mit fünf Toden von Hauptfiguren (Joffrey Baratheon, Tywin Lannister, Ygritte, Sandor Clegane und Shae) ist das die Staffel mit dem bislang höchsten body count.

– Ich hatte absolut angenommen, dass der Baum, den wir in einer von Brans Vision gesehen hatten, bloß ein Symbolbild wäre. Stattdessen steht da wirklich dieser wunderschöne, blühende Baum in den eisigen Weiten des Nordens. Was für ein wunderschönes Bild.

– Varys‘ Motivationen verstehe wer will. Ich hoffe, wir sehen Tyrion und ihn in der nächsten Staffel wieder öfter miteinander kommunizieren – ich finde, die Interaktion zwischen den beiden war mitunter die größte Stärke von Staffel 2.

– „You will never walk again. But you will fly.“

– Als Sandor aufzählt, wie viele Familienmitglieder Aryas schon verstorben sind, sackte mir das Herz ein wenig in die Hose – nur um auf Sandors kurios komisch ausgesprochenes „And Winterfell is a pile of rubble!“ hin loszulachen.

– „Remember where the heart is.“ Dabei meint der Hound natürlich nicht nur jenes Herz am spitzen Ende.

– Ich kenne mich jetzt bei Schlachtstrategien nicht sonderlich gut aus, aber mit der großen Pferdearmee mitten in den Wald zu laufen klingt jetzt nicht so nach einer strategischen Meisterleistung.

– Täuscht es mich, oder entscheidet sich Varys eher spontan dazu, Tyrion auf das Schiff zu begleiten?

– Dialog-technisch fand ich diese Episode nicht ganz so gut geschrieben wie ein paar Vorgänger, aber die Interaktion zwischen Jon Snow und Mance Rayder war einfach ein absoluter Klassiker. „Grenn was from a farm.“ allein macht den Tod des treuen Freundes noch einmal heroischer, und das gemeinsame Trinken auf Magg the Mighty und Grenn ebenso. Aber auch „my people have bled enough“ und das wiederholte, bittere „we do not kneel“ machten Mance für mich in dieser Episode im Alleingang zur mitunter besten Nebenrolle der Staffel. Hoffentlich sehen wir ihn nächste Staffel häufiger!

– Als Staffelfazit muss man vielleicht noch erwähnen, wie unglaublich stark sich Game of Thrones Jahr für Jahr präsentiert, ohne Anzeichen zu machen, diesen Qualitätszug allzu bald zu stoppen. Dass ein solcher Hype um die Serie ausgebrochen ist, freut mich wahnsinnig – denn das hat sich die wohl größte Serie aller Zeiten (an Ausmaß, an Hauptdarstellern, an Budget, an Aufwand) verdient. Liebe Freunde, wir werden hier Zeuge von Fernsehgeschichte.

Fazit: 9,0 von 10 Punkten.

The Children„/ „Die Kinder“ ist ein Staffelfinale erster Sahne. Viele bereits lang aufgebaute Charakterbögen finden ihren Abschluss, säen aber gleichzeitig unzählige Saaten für die nächsten Entwicklungen. Die Folge rückt erfolgreich den viel zu marginalisierten Stannis zurück ins Rampenlicht, während sich auch andernorts die Klimaxe bloß so überhäufen. Ein würdiges Staffelfinale, wie man es sich bloß hat wünschen können.

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7 Gedanken zu “Kritik: Game of Thrones 4×10 „The Children“/ „Die Kinder“.

  1. – Erst habe ich gedacht, dass sie den Bran-Handlungstrang doch möglichst schnell abschließen mögen, aber dann der Baum (soo schön) und die Skelette 🙂
    Die Kinder/Elfen geben der ganzen Serie einen ziemlich starken Fantasytouch obendrauf…
    -Tywin stirbt auf dem Klo. Das war lustig. Und gemein und doof gleichzeitig. Irgendwie. Ich werde seine enorme Präsenz vermissen 😦
    Hehe, Tommen und Ser Pounce werden herrschen..ich freu mich drauf.
    -Stannis: ganz ehrlich..wie oft würde ich ihn gegen das Weiterleben einer anderen Figur eintauschen…er ist soo grau und langweilig…Melisandre und Ser ähm Dingens..Halbhand(:D) sind immer dringend notwendig um seinen Szenen Farbe zu verleihen. Mit feuerrothaarigen Augen 😉 Ich liebe das Wort.
    -Shae: Das haben sie wirklich verbockt…:( Hat mich nicht wirklich berührt, da es nun plötzlich so wirkt, als sei sie wirklich irgendeine austauschbare Hure. Sie hat Tyrion doch geliebt und Varys Diamanten abgelehnt! Und dann das..geht wortlos auf Tyrion los..ok, er hat sie weggeschickt…aber trotzdem…es passt nicht. Als Nichtkennerin der Bücher freue ich mich total, dass Tyrion überlebt hat 🙂
    -Ja, Varys hört die Glocken und denkt sich: „Besser weg hier“
    -Hey, man hat mal Drache Rot und Grün gesehen 😉 Ansonsten waren die Drachen eigentlich immer nur Drogo….sind es eigentlich alles Männchen? Oder können die noch irgendwie Babys bekommen :)?
    -Wo ist Lady Stoneheart 😦 Ich dachte sie taucht auf…

    • Ich dachte du seist „Nichtkennerin der Bücher“? (ad deinen letzten Punkt.)

      Stannis war jetzt 2 Staffeln lang sehr fad, aber seine Szenen in dieser Folge waren seine besten seit Blackwater. Und zwischen der Night’s Watch und den Wildlingen stehend hat eine enorm interessante politische Situation inne. Und nach „The Children“ hat er nun nicht bloß das Erbrecht, sondern schlichtweg auch die moralische Oberhand. (Mit seiner eisigen Art passt er übrigens perfekt in den Norden.) Lass dich darum von Stannis überzeugen – er ist auch der einzige Thronanwärter, der eine ähnliche Gesinnung wie die Starks besitzt (Ehre und Recht).

  2. Bin ich auch 😉 Aber ich hab ausnahmsweise mal gegooglet 😉 [spoiler rauseditiert von Blamayer]
    Ich sehe Daenerys irgendwie auf dem Thron. Die Kingsguard wird von Brienne angeführt und Arya wird Drachenreiterin..oder so 😉 Aber vom Erbrecht und der Gesinnung her hast du wohl Recht….aber langweilig wäre es trotzdem 😉

    Ich frage mich immer noch wer oder was der Herr des Feuers eigentlich ist…diesselbe Energie, die die White Walkers zum Leben erweckt?

  3. Was für eine tolle Staffel. Ich bin begeistert 🙂 Und danke für die tollen Kritiken, die haben mir nach aufwühlenden Episoden oft geholfen wieder Ordnung zu schaffen =)

    In den letzten paar Folgen sind einige Charaktere gesorben, die in den Büchern (zumindest nach meinem Stand, und der ist weiter als die Serie) noch leben, aber das stört mich gar nicht. So bleibt genügend Spannung vorhanden.
    Toll fand ich auch das Zusammentreffen Aryas mit Brienne.
    Jedoch: Sandor hat man nicht sterben sehen, wer weiss was da noch passiert.

    Was Stannis angeht: Na sooo klein ist seine Armee nun auch nicht, diese Szene hat mir gut gefallen. Aber: Waren da nicht etwas gar wenige Wildlinge vorhanden? Oder habe ich etwas verpasst?

    Bei Tyrion habe ich das Gefühl, dass er seine liebe Schwester nicht so „einfach“ davon kommen lassen will und sie deswegen nicht umbringt.

    Zum Schluss: Als ich gehört habe wie episch die letzte Folge werden soll und was für ein riesen Cliffhanger geplant sei habe ich fest mit Lady Stoneheart gerechnet, ihr Fehlen hat mich ziemlich enttäuscht. Das hat das grossartige Outro wieder gut gemacht.

    • Wegen der Armee der Wildlinge: Ja, da gibt es etwas, das du nicht beachtest, aber mehr will ich bis zur nächsten Staffel nicht verraten. 🙂

  4. Ist noch jemandem aufgefallen, dass das musikalische Thema von „The Children“ eine fast getreue Spiegelung des Themas von Melisandre/Rh’allor ist? Noch dazu ist es in der Episode dieselbe Tonart, und dieselbe Schnelligkeit. Das merkt am besten an der Stelle, wo sie fast direkt nacheinander kommen (Verbrennung bei der Mauer mit Melisandre; der Baum). Das spricht ja eindeutig dafuer, dass Feuergott und der Hintergrund von Brans Storyline direkt zusammenhaengen – was ja in den Buechern nicht einmal vorkam.

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