Kritik: The Walking Dead 4.14 „The Grove“/ „Schonung“.

„Sometimes we have to kill them, sometimes we don’t.“

The Walking Deads zweite Hälfte von Staffel 4 bleibt sich treu: Weiterhin steuern alle Figuren im Gänsemarsch in Richtung Terminus. „The Grove„/ „Schonung“ ist allerdings nicht nur eine besonders langsame Folge wie die anderen zuvor, sondern leider auch eine langatmige – mit einem Klimax, der einem die Sprache verschlägt.

Walking Dead 4.14 the group

Tyreese, Carol, Lizzie, Mika und Judith sind sich gar nicht so sicher, ob sie überhaupt nach Terminus gehen wollen. Sie finden Zuflucht in einem abgeschiedenen Häuschen – und es gefällt ihnen so gut, dass sie sich dazu entschließen, dort zu bleiben. Bald aber holt die Gruppe der Zombie-Alltag ein…

Ab hier gibts wie immer volle Spoiler für die Episode.

Ein fahles Bild.

Ab und an gerät The Walking Dead in Gefahr, in ständig demselben Trott dahinzuschlurfen. Das war schon auf Hershels Hof so, dann beim Gefängnis, auch beim Governor – und der Marsch nach Terminus beginnt nun langsam, sich ebenfalls abzunützen. In dieser Phase der Serie sind es nun aber nicht mehr die Charaktere, die auf Dauer nerven – im Gegenteil, diese episodische Aufteilung der Handlungsbögen ist nach wie vor frisch und lässt den jeweiligen Hauptfiguren genügend Zeit sich endlich zu entfalten. Was der Serie aber nun schon so langsam zur Last fällt ist dieser ewig gleiche, fahle Hintergrund, vor dem sich jede Episode abspielt.

Es macht schon Sinn, dass sich die Szenenbilder so ähneln – immerhin ist jede Splittergruppe auf dem selben Pfad, nur eben auf verschiedenen Wegen. Das muss aber nicht bedeuten, dass eine jede Folge wie die andere aussehen muss – die müden Farbpaletten des Waldes und der fahlen Wiesen sind mittlerweile ein alter Hut, den sich The Walking Dead zu häufig aufsetzt. Die Farblosigkeit mag zwar eine Atmosphäre schaffen, die nicht ganz unabsichtlich ist, aber selbst Melancholie kann schön anzusehen sein, und „The Grove“ ist das leider nicht. Die Folge ist insofern die visuell vielleicht stimulationsarmste Episode der Serie. Einer der Lichtblicke ist etwa der Hirsch, den Carol als Tribut an Mika laufen lässt – und selbst dieses Motiv hat die Serie schon in früheren Episoden aufgegriffen.

The Grove„s Kardinalfehler ist allerdings, nicht nur visuell Altes wieder neu aufzukauen – auch die Konflikte dieser Episode waren großteils bloß neue Interpretationen alter Ideen. Das beginnt schon beim wohl kürzesten Teaser der Serie – wir sehen ein Kind (Lizzie) mit einem Zombie Fangen spielen, nur um 20 Minuten später diese Situation zu erreichen. Das ist ein sehr evokatives Bild, allerdings verzichtet „The Grove“ darauf, uns irgendeine neue Erkenntnis dazu zu liefern, um die Begebenheit in ein neues Licht zu rücken – stattdessen spielt sich die Szene genau so wie im Teaser ab. Intros, die in medias res beginnen, können schon funktionieren, falls die Situation spannend kontextualisiert wird. Aber wir wussten ja bereits, dass Lizzie nicht ganz alle Tassen im Schrank hat, und so verläuft der zweite Akt der Folge denkbar langweilig.

Ruhe vor dem Sturm.

The Grove„/ „Schonung“ ist eine von The Walking Deads ruhigeren Episoden, deren Abwechslungsarmut dadurch geprägt ist, dass es keine typische, große Actionsequenz gibt – die verkohlten Zombies waren schließlich keine wirklich große Bedrohung. Trotzdem ist die Episode ein Musterbeispiel für das Horrorgenre, weil Tragik, Trauer und Terror in einen kleinen Rahmen groß zur Geltung kommen. Wie gut einem „„The Grove“ gefällt wird davon abhängen, wie sehr man sich von Lizzies Tat überzeugen und berühren lässt. Lizzies Mord an Mika ist weit hergeholt, aber gleichzeitig auch eine Wendung, auf die The Walking Dead schon seit Anbeginn der Staffel hingearbeitet hat, und darum im Grunde eine logische Konsequenz für Lizzies Charakter ist.

Darum funktioniert für mich diese wahnsinnige Wendung, obwohl ich bereits von den Comics darauf vorbereitet wurde. Es kam für mich also nicht überraschend, dass sich die Mädchen gegenseitig ins Grab bringen, ganz im Gegenteil (und darum habe ich wohl auch so ein Problem mit den sich wiederholenden Elementen der Episode) – aber berührend ist das allemal. Es geht dabei ja eigentlich nicht um die Schicksale von Lizzie und Mika an sich, zwei der periphäreren Figuren der Serie, und eigentlich auch nicht um Carols Verlust von Sophia, der dadurch erneut heraufbeschworen wird – obwohl natürlich auch diese Elemente schwer wiegen und der Episode viel (erfreulichen) emotionalen Ballast verleihen.

Vielmehr vermittelt der sinnfreie Tod der zwei Mädchen, wie schwierig eine angemessene Erziehung in einer solchen Welt ist, die vom Tod gezeichnet ist. Mika und Lizzie könnten konträrer nicht sein, und für keine der beiden Leben(seinstellungen) gibt es ein Happy End: Die Unschuld wird hinterrücks ermordet, während Verleugnung selbstbestimmt ins Desaster führt. Mika war für Carol so etwas wie eine zweite Sophia: eine Tochterfigur, die heiter und mit gesundem Menschenverstand durchs Leben spazierte – und genau deshalb ihren Tod fand. Lizzie hingegen entstand als Reaktion auf Sophia: Carol erkannte, dass ihre eigene Tochter nicht genügend auf einen Angriff vorbereitet war, um in dieser Welt zu überleben, und versuchte darum, die Kinder im Gefängnis so zu erziehen, dass sie sehr wohl bereit sein würden – komme, was wolle. Lizzie war bestens auf Feinde vorbereitet – ohne zu ahnen, dass sie ihr eigener sein würde.

Lizzie schwankt da vor ihrem Tod zwischen seligem Unwissen und nihilistischer Todessehnsucht. „Maybe they want me to change„, erklärt sie Mika, und hält einem feststeckenden Zombie bereitwillig ihre Hand hin. Es ist nicht bloß eine kindliche Einbildung – Mika sieht das deutlich klarer, und sie ist jünger und kleiner und sanfter. Kinder sind ja nicht dumm – aber sie sind empfänglicher für Trauma. Die zwei Mädchen haben ihre Eltern nun schon eine ganze Weile überlebt, aber das nimmt nichts davon, wie einschneidend das für die Mädchen gewesen sein muss. Carol ist ihre Erziehtante, aber auch sie konnte nicht reparieren, was in Lizzie kaputt gegangen war. Wenn sie es allerdings wenigstens erkannt hätte…

Vergeben und Vergessen.

The Grove“ ist eine Folge voller Schuld und Sühne, in der zwei Frauen um Vergebung für ihre Taten bitten. Vergebung wird nicht von Gott erbeten, sondern von den Mitmenschen – und die Frage, ob diese bereit sind, sie zu gewähren, bildet das Herzstück der Episode. Viele Menschen leben nicht mehr in der Welt von The Walking Dead, und so müssen unsere Protagonisten lernen, mit den wenigen Menschen zurechtzukommen, die noch existieren. Es wäre ein Leichtes für Tyreese, Carol in einem Anflug von Zorn so zurückzulassen, wie Rick es einst (in „4.04 Im Zweifel„) tat. Aber Tyreese beweist, dass er der größere Mann der beiden ist – nachdem er behauptet hatte, den Mörder seiner Freundin zur Strecke bringen zu wollen. Vergeben heißt nicht vergessen, und Carol wird ihre Last ihr Leben lang mitschleppen – aber auch mit der Bürde ausgestattet, Tyreese etwas zu schulden. Nicht für Karens Leben – sondern für den Akt des Vergebens.

Walking Dead 4.14 Carol

Auch Lizzie bittet um Vergebung, ihr wird sie aber nicht gewährt. Die Folge ist erpircht darauf, den Grund dafür zu ergründen: weil Lizzie ihre Tat missversteht und ihr Bitten darum nicht echt ist. Carol meint es ernst, legte ihr Schicksal (wortwörtlich) in Tyreeses Hände. Lizzie versteht ihre Schuld hingegen nicht – denkt, Carol sei bloß enttäuscht von ihr, weil sie ihre Waffe auf die Erwachsenen richtete. Lizzie vermag ihre Verleugnung nicht einzugestehen, selbst nach ihrem Mord an ihrer kleinen Schwester. Ein reueloser Mord ist unverzeihbar, vor allem an einem Kind – aber von einem Kind?

Carol und Tyreese ringen mit sich selbst: Sie wissen, was zu tun ist, aber wagen es nicht einmal auszusprechen. „She can’t be around other people“, gesteht sich Carol schließlich schweren Herzens ein. Es ist die rationale Entscheidung, und die einzig tragbare, allerdings ist Carol vollkommen bewusst, dass sie damit entgegen jeder erdenklichen Ethik handelt. Es ist eine wohl-überlegte Verzweiflungstat, die Carol da begeht, als sie Lizzie hinterrücks erschießt – erschießen muss eigentlich. „I love you Lizzie… just look at the flowers“ sind Carols letzte Worte an ihre Ersatztochter, und es ist unklar, ob sie damit nicht auch ein wenig mit sich selbst redet. Man muss sich schon dazu bringen, überhaupt noch das Schöne zu sehen, vor allem in einer solch deprimierenden Folge wie dieser. Es existiert viel Schmerz in „Schonung„, aber keiner ist größer als jener Carols, als sie den Abzug betätigen muss. Es lag in ihrer Verantwortung, die Mädchen großzuziehen und sie zum Überleben erziehen, und ihr Abziehen bestätigt ihre Niederlage.

Als sich Lizzie nach den Blumen bückt, vertraut sie ihrer Waisenmutter, wie auch Carol Lizzie vertraut hat, auf ihre Schwester aufzupassen. Lizzie verstand es nicht, sich für ihren Verrat in dieses Vertrauen zu entschuldigen, und muss dafür den Preis bezahlen – auch wenn (oder eben gerade weil) das keine bewusste Entscheidung von ihr war. Carol gibt sich hingegen die Chance, sich selber zu vergeben – für ihre fehlgeleiteten Erziehungsbemühung als auch den notwendigen Mord. „It’s a part of you now“, erklärt Tyreese im Zusammenhang mit dem Mord an Karen, aber es trifft auch auf ihre Bekanntschaft mit den zwei Mädchen. In gewisser Weise waren die Tode der zwei Mädchen Carols Schuld – „The Grove“ gewährt Carol Vergebung. Die Sühne, dessen kann man sich sicher sein, wird auf dem Fuße folgen.

Bla:

– Die wiederholt erwähnte und gezeigte Rauchfahne muss ja vom niedergebrannten Haus von Beth und Darryl stammen. Weshalb aber gab es auf einmal verkohlte Zombies? Laufen die etwa zu einem brennenden Haus, weil sie sehen, dass sich da was bewegt?

– Tyreeses Bezeichnung von Karens Mörder als „stranger“ ist besonders treffend. Diese ironischen Untertöne könnten sehr gekünstelt wirken, aber in „Schonung“ beweist The Walking Dead ein gekonntes Händchen dafür.

– „You did right by those girls. You did right by everyone.“ Oh Tyreese, falscher könntest du nicht liegen…

– Nicht die subtilste Metapher aller Zeiten, aber man nimmt, was man kriegen kann: Nach dem Tod der zwei Mädchen versuchen Carol und Tyreese sich einen Reim darauf zu machen, während sie am Küchentisch ein Puzzle lösen – eines, das nach dem Verlassen des Hauses wohl nie mehr vollendet wird.

Fazit: 8,0 von 10 Punkten.

The Grove„/ „Schonung“ ist eine weit hergeholte, aber zutiefst verstörende Tragödie. Es ist keine hübsche Folge, aber das war The Walking Dead noch selten wichtig.

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8 Gedanken zu “Kritik: The Walking Dead 4.14 „The Grove“/ „Schonung“.

  1. Was die verkohlten Zombies angeht: Wenn es wirklich Daryls und Beth Cabin ist, die da in der Ferne abgebrannt ist, dann haben wir sogar die gleichen Walker gesehen -Sebastian hatte das mit dem Feuer schon geschrieben-, die in der vorletzten Woche zum Feuer gelaufen waren. 😉

    Abgesehen davon: Ich fand die Folge unglaublich gut. Da ich stundenweise damit verbringen könnte, reine Charakterstudien zu sehen und keine Vertreterin der Dauerzombieaction bin, gefällt mir das ruhigere Vorgehen und die Fokussierung auf wenige Gruppen bzw. einzelne Charaktere sehr gut. Das hat die Serie meiner Meinung nach nach Staffel 3 dringend gebraucht. Du hattest kritisiert, dass dir das Setting -überspitzt gesagt- langsam zu ausgelutscht wird. Ich denke, das ist hauptsächlich eine Geschmacksfrage. Ich brauche nicht jede Folge eine neue Kulisse. Sicherlich sind besondere Sets, die besondere Situationen erzeugen wünschenswert (und die gab es mMn in den letzten Folgen auch: der Nebel, der Golfclub), allerdings schriebst du ganz treffend, dass die Gruppen sich auf verschiedenen Wegen in gleichen Terrain befinden. Da ist es mir wurscht, dass sich die optischen Themen wiederholen, solange die Charakterentwicklung stimmt.

    Die Comics lese ich ’nach‘, damit ich mir nicht zu viele Spoiler für die Serie fange. Daher habe ich auch nicht kommen sehen (wollen), was Lizzy und Mika passieren (könnte) wird. In englischsprachigen Blogs wird öfters darauf verwiesen, dass die beiden Mädchen in der Charakterzeichnung zu kurz gekommen wären, als dass man zu ihnen eine Bindung entwickelt hätte. Mir ging das nicht so. Die Frage, wie Kinder mit den Gegebenheiten und Herausfoderungen einer ZA-Welt umgehen, hat mich seit Carls Tötung des jungen Mannes beschäftigt. Ich hatte zu Beginn der Staffel 4 gehofft, dass mit der neuen Konstellation im Gefängnis auch dieser Aspekt eingehender beleuchtet wird. Und -voila- in dieser Folge ist die Antwort gegeben worden.

    Und was für eine. Klar war es längst fällig, dass Lizzys mentale Gesundheit beleuchtet wird. Ich finde, dass Scott Gimple sehr gute Arbeit geleistet hat, in dem er Lizzy nicht als völlig entmenschlichtes kleines Monster dargestellt hat, das es verdient hat, zu sterben. Selbst als klar wird, dass Carol sie erschießen wird, war die Trauer darüber, dass es für sie in dieser apokalyptischen Welt keinen Raum gibt, um sie in Ruhe heilen zu lassen, so greifbar, dass die etwas unlogische Idee, ein kleines Mädchen Walker romantisieren zu lassen, dahinter verschwand.
    Neben all den Aspekten wie der tollen Kameraführung, dem genialen Schauspiel, der stimmigen musikalischen Untermalung, der insgesamt sehr runden Komposition von Dialog, Folgenaufbau und ihrer Konstellation innerhalb des gesamten Staffelerzählstranges, ist das der einzige Kritikpunkt, den ich habe: Lizzys verdrehte Wahrnehmung der Zombies ist zwar nachvollziehbar, solange sie aus der relativen Sicherheit von Woodberry bzw. des Gefängnisses heraus auf sie blicken konnte. Aber dass sie diese Form der Realitätsverschiebung weiterhin draußen behält ist wenig nachvollziebar.
    Wobei… vielleicht resultiert aus dieser Erkenntnis auch der Schock über das Ausmaß ihres Wahnsinnes…

    Eine sehr, sehr niederschlagende, traurige Folge. Auf eine wunderschöne aber verstörende Art erzählt. Deine Analyse in dem Abschnitt ‚Vergeben und Vergessen‘ trifft es auf den Punkt.

  2. Gute Kritik, aber ein Punkt stört mich irgendwie! Ich finde nicht, dass du Tyreese als den größeren der beiden Männer zu bezeichnen kannst, denn die Umstände sind meiner Meinung nach sehr unterschiedlich.
    Damals, als Rick herausgefunden hat, dass die nette Carol die beiden getötet hat, fand ich Carol sehr kalt und auch nicht wirklich reumütig, denn sie wollte am Ende nur das Beste für die Gruppe. Rick hat meiner Meinung nach nur drei Möglichkeiten gehabt: 1.) Sie wegschicken, 2.) Es denn anderen zu verschweigen, aber damit seine damalige Moralvorstellung zu brechen und 3.) Es den Leuten mitzuteilen und diese dann darüber richten zu lassen. Bei der letzten Möglichkeit bin ich nicht sicher, wie Tyreese reagiert hätte, denn er war damals noch voller Wut und die Last der Tat war Carol noch nicht anzusehen!
    Ich finde das Rick damals die richtige Entscheidung getroffen hat, denn es war nicht sicher, ob Carol wieder so handeln würde und Rick wollte nicht permanent damit leben, dass sie vielleicht irgendwann wieder so eine Tat begeht und die Gruppe somit weiter entzweit, denn Rick wollte letztendlich nur, dass die Gruppe ein friedliches zu Hause hat. Leider hatte sich das dann später ja durch unseren Gouvernor erledigt!
    In der heutigen Folge habe ich persönlich eine ganz andere Carol erlebt, die wirklich damit zu kämpfen hatte, was sie getan hat, denn sie und Ty sind menschlich und emotional zusammen gewachsen und als dann am Ende Micah starb und sie Lyzzie töten musste, war mir klar, dass sie mit dieser Schuld nicht mehr leben kann, vor allem nicht mit Ty zusammen. So war es die logische Konsequenz es ihm zu sagen. So wie Ty reagiert hat, habe ich mir das auch vorgestellt, denn er hat schon vorher gemerkt, dass mit Carol etwas nicht stimmt und sie damit zu kämpfen hat. Er hatte die Wahl ein gnadenloser Richter zu sein oder ihr zu verzeihen, weil er genau weiß das sie ein Leben lang diese Bürde zu tragen hat! Und Ty musste hier nur eine Entscheidung für sich treffen, mit der er im Reinen ist und nicht eine Entscheidung für sich und das Wohl einer ganzen Gruppe!
    Von außen betrachtet mag er mehr Größe gezeigt haben, aber direkter hingeschaut, sind er und Rick bei deren Entscheidungen nicht direkt vergleich bar, weil es ganz andere Umstände gewesen sind!

    Ich hoffe ich konnte meine Gedanken gut runterschreiben!

    Trotzdem gute Kritik! 😉

    • Tach,

      ich kann der Kritik zum Episodeneinstieg nicht folgen, war das doch eine wirklich coole Verneigung der Rollenspiel-Reihe Fallout. Dort lief im Vorspann derselbe Song und ich finde einfach die Komposition von Bild und Ton sehr geil, für mich daher eine Szene, die ich nicht mehr vergessen werde. Ansonsten kann ich der Kritik zustimmen, ziemlich freaky, das Schicksal der Mädchen.

  3. Normalerweise kommentiere ich Seiten im Internet nicht – schon, weil ich nie weiß, was mit meiner E-Mail Adresse passiert. Aber jetzt muss ich meinen Ärger doch einmal loswerden. Das absichtliche „Töten“ von Kindern in der hier gezeigten Weise – egal warum – ist für mich ein absolutes „no go“ und ich werde „The Walking Dead“ auch deshalb nicht weiterverfolgen. Man muss sich einmal klarmachen, dass möglcherweise sogar Kinder diese Sendung sehen können. Da wundern wir uns noch über Jugendkriminalität? Agesehen einmal davon: Weil Lizzieein gewisses Verständnis dafür hat, dass die „Beißer“ einmal Menschen waren (was ja stimmt) tötet sie ihre kleine Schwester und wird selbst hingerichtet? Für mich ist so etwas menschenverachtend aber noch schlimmer: Wir, das Publikum, merken das nicht einmal mehr – sorry – auch wenn es nur eine „Show“ ist – das geht mir jetzt entschieden zu weit….

    • Wenn Kinder so eine Serie sehen, sehe ich das als schweres Versäumnis der Erziehungsberichtigten. The Walking Dead besitzt eine FSK-Freigabe ab 18, und das aus gutem Grund. Ich denke, dass grausame Horror-Filme Kinder wesentlich verstörender sein können, aber ich spreche da nur für mich.

      Ich bin mir nicht sicher, wie der hier genannte Zwischenfall mit Jugendkriminalität in Verbindung steht. Wenn wir von Jugendkriminalität reden, sprechen wir doch meist von Delikten wie Diebstahl, aber doch nicht von Mord, und ich bezweifle stark, dass TWD oder andere Serien etwas damit zu tun haben.

      Vor ein paar Jahren arbeitete ich als Betreuer in einem Jugendcamp, und so gut wie alle 10-Jährigen spielen Call of Duty und andere Shooter auf ihren XBoxen und Co. – und man muss sich vor Augen führen, dass solche Spiele eine deutlich höhere Immersion besitzen, weil sie ja den Spieler zum aktiven Agenten machen. Trotzdem sind diese Kinder keine Mörder – weil sie so medienerfahren sind, dass sie gut von Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden können.

      Dass Lizzie hingerichtet wird, ist nun mal eine der schwierigen Situationen, durch die sich das post-apokalyptische Szenario auszeichnet. Was hat Carol denn für eine Wahl? In unserer Welt würde man Lizzie wohl in eine Anstalt stecken – aber die gibt es nunmal nicht mehr, und man kann kaum dafür garantieren, Lizzie Tag und Nacht zu überwachen. Man kann die Tat kaum an unseren Maßstäben messen. Dass TWD darum aneckt, ist deshalb kaum verwunderlich, und nicht zuletzt auch Absicht, damit über die Serie geredet wird.

      mfg

    • Das Töten von Erwachsenen ist natürlich was ganz Anderes ! Ich möchte anfügen, dass es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt in der im Verhältnis zu manch anderem kommentarlosen und lustigem ! Gemetzel, die Handlingen in reichlich Dialogen eingebettet sind und die Frage des Warum nachvollziehbar machen, unabhängig davon wie das eigene moralische Urteil ausfällt oder nicht. Kindsmord gibt es z.Bsp in der Literatur schon lange. Also ich finde die Tabuisierung von Themen in der Gesellschaft viel schlimmer.

  4. …. nur weil manche Spiele oder Horrorfilme vielleicht noch schlimmer sind und sicher nicht alle (aber manche) deshalb gewalttätig werden, so rechtfertigt das ja noch nicht die hier in Rede stehende Szene. Im Gegenteil: Traurig, dass „immer so weiter“ gemacht wird und die Macher von Serien stets noch eine Steigerung finden. Was komt als nächstes? (Ich habe gelesen, dass der Einstieg in Staffel 5 so brutal sein soll, dass dies selbst bei Crew und Darstellern zu Irritaionen führte) Man sollte nicht immer alles „machen“, was eine Story (apokalyptische Welt) hergibt. Mal abgesehen von allen moralischen Gesichtspunkten: Die Szene ist völlig überflüssig und war für den Fortgang der Geschichte auch nicht notwenig. Ich hätte mich gefreut, wenn die Kinder „überlebt“ hätten. Es gab sicher andere darstellerische Möglichkeiten, Lizzies „Konflikt“ aufzulösen. Aber es ist schon richtig: Die Sensationshascherei (damit „darüber geredet wird“), kennt bei kommerziellen Produkten inzwischen keine Grenzen mehr und ich fürchte, wir machen uns über die Konsequenzen keine Gedanken: Die hier in Rede stehede Folge auf RTL2, war nicht ab 18 J., sondern ab 16 J.freigegeben… apropos: In meiner Heimatstadt gab es vor vielen Jahren in der „realen“ Welt einen ganz ähnlichen Vorfall: Eine Schulkameradin tötete tatsächlich ihre kleine Schwester, weil sie mal „Tatort“ (wie sie es der Polizei sagte) ausprobieren wollte….. wir kannten die Familie und ich war (als Junge) mit auf dem Friedhof. Vielleicht reagiere ich auch deshalb gegenüber solchen Sachen sehr sensibel.

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