Kritik: Game of Thrones 3.09 „The Rains of Castemere“/ „Der Regen von Castamaer“.

„Show them how it feels to lose what they love.“

Winter has come – der Winter ist gekommen.

Game of Thrones 3.09 wedding

Bran und Company rasten in einem leer stehenden Turm, als plötzlich Wildlinge direkt davor einen alten Mann umzingeln – und einen der Wildlinge kennt Bran sogar persönlich. Ein wenig südlicher findet die denkwürdige Heirat zwischen Edmure und einem Frey-Mädchen statt, von der sich Robb eine starke Allianz für die Zukunft verspricht…

Ab hier gibts wie immer volle Spoiler für die Episode. Für Game of Thrones spezifisch: Ich habe alle Bücher gelesen, werde diese Rezension allerdings für jene schreiben, für die die TV-Serie Erstberührung mit dem Material ist. Kommentare werden moderiert, um Spoilern vorzubeugen.

Ganz tief durchatmen.

Der Fall eines Königs.

The Rains of Castemere“ wird in vielerlei Hinsicht als die außergewöhnlichste Game of Thrones-Episode in die Analen der Geschichte eingehen. Wie schon in den Staffeln zuvor ist es die neunte Episode, die das Meisterstück der laufenden Saison werden soll – und wie schon in der ersten Staffel geschieht dies mit einer unglaublichen Wendung, die die Serie und ihre Fans für immer transformieren wird. Die Starks sind die de-facto Hauptprotagonisten der Serie – wir lernen zwar schon auch viele Sympathiefiguren anderer Familien kennen, keine kann aber den Starks in Sachen Charakterisierung oder Identifikation das Wasser reichen. Umso tragischer ist es, dass die klassisch „gute“ Familie in Game of Thrones die größten Verluste hinnehmen muss: Robb Stark, „the king who lost the North„, hat nun auch den Krieg verloren.

Der König des Nordens ist tot, und damit auch sein Schlachtzug. Auch der Großteil seiner Streitmacht ist zerschlagen, wurde von den Freys hinterrücks niedergemetzelt. Ein Glück fast, dass Karstarks Männer gegen Mitte der Staffel nach dem Tod ihres Lehnsherren Robbs Truppen verließen und in den Norden zurückkehrten, dennoch ist der Norden als eigene Streitkraft damit aus dem Bürgerkrieg ausgeschieden. Wir werden zwar daran erinnert, dass die Greyjoys dort überall wüten, die genauen Truppenbewegungen und Verteilungen der Eisenmänner (Ironborn), der verbliebenen Kämpfer des Nordens, der Streitmacht des unbekannten Folterers von Theon oder den nördlichen Bergvölkern kennen wir allerdings nicht.

Die größte Wendung der Serie.

Es gibt nun zwei Arten, „The Rains of Castemere“ erlebt zu haben: Entweder wusste man schon Bescheid oder nicht, und beiden Gruppen kann Game of Thrones absolut gerecht werden. Ich beneide all jene, die von der „Roten Hochzeit“, wie der Vorfall offiziell im Buch- und wohl auch Serienkanon heißt, komplett von den Füßen gefegt wurden – herzlichen Glückwunsch, ihr habt soeben Fernsehgeschichte miterlebt. Nichts, aber wirklich auch gar nichts hätte einen darauf vorbereiten können – zwar gab es schon viele Vorzeichen, aber genauso wurde Robbs Zukunft sorgfältig geplant. Der Angriff auf Casterly Rock, der Wiederaufbau Winterfells, Talisas Baby und Robbs Erbe (den sie wohl Eddard genannt hätten, falls es ein Junge geworden wäre) – alles rote Heringe, all das wird nicht geschehen.

Game of Thrones 3.09 Walder

Und verdauen müsst ihr lernen. Spontan fällt mir keine Episode ein, die auch nur annähernd ähnlich schwer zu verdauen wäre wie „The Rains of Castemere„. Welch andere Serie erlaubt es sich schon, so plötzlich und auf einen Schlag ein gesamtes Adelshaus (auch im übertragenen Sinne) auszulöschen? Und dabei waren wir diesen Figuren ja so nahe – das nobelste und rechtschaffenste Haus von allen. Man hätte denken können, dass Game of Thrones die Geschichte erzählen würde, wie der junge Robb Stark seinen zu Unrecht hingerichteten Vater rächen würde, indem er den Norden vom Königreich abspalten, sein eigenes Königreich ausrufen und den Lannisters die Hölle heiß machen würde. Wie schon in Staffel 1 bricht die Serie mit allen konventionellen Erzähltraditionen, und auch wenn es im letzten Jahrzehnt Gang und Gebe geworden ist, dass auch mal einer der Helden sterben kann – niemals tut es die ganze Truppe. Eddard Starks Tod war schon ein irres Wagnis, aber „Rains of Castemere“ spielt schlichtweg in seiner eigenen Liga.

Aber auch jene, die durch Spoiler oder Bücher schon Bescheid wussten, dass in dieser Folge Köpfe rollen würden, kamen auf ihre Kosten. Ich war einer von ihnen, und allein das spannende Entgegenfiebern auf das schon vor vielen Monaten angekündigte Highlight der Serie war ein riesengroßer Spaß. Auch in der Serie machte es Freude, mitanzusehen, wie die Räder in Gang gesetzt wurden – zum Beispiel wie Robbs neuerliches Bündnis mit den Freys als ein „Alles oder nichts“-Deal dargestellt wurde. In den meisten ähnlichen Geschichten wird das Unterfangen, knapp oder doch, von Erfolg gekrönt. Man ist geradezu auf ein solches Ende sensibilisiert, und umso härter erwischt es einen dann, als sich die Tore dieser Geschichte für immer verschließen. Durch das Wissen um den Ausgang der Roten Hochzeit, vermählt mit den kleinen Änderungen der TV-Adaption, wusste man in groben Zügen, was passieren würde, aber nicht wie und wann – und so wurde jede Nahaufnahme der Protagonisten, insbesondere Talisas und Robbs Gespräch über den Namen ihres Kindes, zu so einer Tortur, dass es schwer wurde, die Augen auf den Bildschirm zu richten.

Die Rote Hochzeit.

Die Familie Frey war bislang nur ein periphäres Haus, das in Staffel ein Mal die Passage über die Brücke für einen teuren Preis verkaufte, dann jedoch eher in den Hintergrund gedrängt wurde. Das wird ihr in der Serie wohl nicht mehr passieren – ich kann mir kaum vorstellen, dass selbst Bastarde wie Joffrey oder Theons Foltermeister derzeit auch nur annähernd so verhasst sein werden wie Walder Frey, der Lord vom Kreuzweg. Seine Tat ist schändlich, denn er hat etwas viel Schlimmeres getan, als sein Wort gebrochen, seine Verbündeten hintergangen und eine Armee massakriert: Er hat das Gastrecht verletzt, heilig sowohl bei den Alten Göttern als auch bei den Neuen (die Sieben, die Edmure und das Frey-Mädchen bei der Zeremonie noch gelobten zu ehren: Vater, Mutter, Krieger, Jungfrau, Schmied, das Alte Weib und der Fremde). Dieses besagt, dass die Waffen zu ruhen haben, sobald man vom Wirt Speiß und Trank erhält – das wurde eh recht hübsch zu Beginn der Episode erklärt. Unerwähnt blieb hingegen, wie heilig das den Bewohnern Westeros‘ ist: Es zu brechen gilt als eine der verwerflichsten Taten der sieben Königreiche.

Die Episode lebt aber nicht allein vom großen Schockerlebnis, obwohl dieses natürlich die Episode prägt und sie aus der Masse (an guten Episoden) herausstechen lässt. Auch die Exekution kann den Ereignissen das Wasser reichen. Die neuerliche Vorstellung von Walder Frey, immerhin schon über zwei Staffeln nicht im Bild gewesen, wird aufgepeppt mit einer äußerst humorhaften Vorstellung seiner diversen Töchter und Enkelinnen (und das allein die unverheirateten!), bei denen scheinbar die Hälfte Walda heißen und die er nicht alle mehr ganz im Kopf hat. Die Einlullung in eine friedliche Zeremonie gelingt fabelhaft, Details wie die nicht trinkenden, weil zum Kampf noch bereit sein müssenden Freys oder die unglückliche Braut sind unauffällig eingestreuselt. Erst als die Falle schon zuschnappt bemerken wir gemeinsam mit Catelyn, dass die Freys ein falsches Spiel betreiben – nur ein paar Sekunden Reaktionszeit bekommen wir durch das Erblicken von Rooses Kettenhemd, zu spät aber, um die nahenden Bolzen kommen zu sehen. Einfach eine perfekte Überraschung, eine, die für die meisten Zuseher wohl äußerst unangenehm sein wird. Wer allerdings jetzt das Schiff verlässt ist selber Schuld – man weiß ja bereits bevor man in Game of Thrones in der dritten Staffel angelangt, dass man sich auf eine lange Reise eingelassen hat, und wer nun Rache an Walder Frey, seinem Haus, Roose Bolton und etwaigen anderen Drahtziehern (hust hust) verlangt, der muss sich etwas gedulden müssen. Eines ist aber klar: Der Norden wird sich erinnern.

Bemerkenswert war sicher auch das Lied, das die Fiedel zu spielen begann und erst das Massaker ausrief. Die Musiker spielten das titelgebende „Rains of Castemere“, das Cersei kürzlich in „Second Sons“ erklärt hatte und eine markante Parallele zur Roten Hochzeit darstellt. In diesem Lied, das in Staffeln 1, 2 und 3 nun schon mehrmals zu hören war, geht es darum, wie Lord Tywins politische Gegner ihn herausforderten, nur um von ihm komplett ausgelöscht zu werden. Gerade der erste Vers spricht Walder Freys Kränkung an, und dessen vermeintliches Recht, Betrug mit Betrug zu vergelten: And who are you, the proud lord said,that I must bow so low?“

Die Hochzeitsgäste.

Ein wenig fehlten mir die im Buch sehr detailliert beschriebenen Fahnenträger Robbs, seine engsten Vertrauten und Mitstreiter aus dem Norden also, die dem Massaker zu Opfer fielen. Dennoch ließ sich die Serie mit dem Tod gleich dreier Hauptfiguren innerhalb von nur wenigen Minuten natürlich nicht lumpen, und besonders Talisas Tod war verstörend inszeniert. Ein einmaliger Stich in den Bauch wäre schon schlimm genug gewesen, doch die frenetische Energie des Angreifers und Oona Chaplins schreckliche Schreie waren ein einziges Gräuel. Mit Robb Starks Tod starb dann jede Hoffnung – dessen Aufbäumen nach mehreren Armbrusttreffern war schon sehr cool, bis ihm Roose Bolton mit einem Gruß der Lannister (ausgerichtet von Jaime in „The Bear and the Maiden Fair„, von diesem aber noch sarkastisch in Auftrag gegeben) durch das Herz stach. Walder Frey hatte sein Wort gebrochen, aber Catelyn hielt ihres und schnitt Walder Freys Frau den Hals durch. Bei den vielen Freys macht das aber kaum einen Unterschied, und dann wird auch ihr, alles verloren habend, die Kehle durchgeschnitten.

Game of Thrones 3.09 Catelyn

Da erzählt Game of Thrones nicht nur familiäre Tragödien, sondern auch individuelle. Catelyn hat etwa innerhalb eines Jahres zuerst ihren Mann verloren, anschließend (vermeintlich) ihre zwei jüngsten Söhne, eine ihre Töchter wird tot geglaubt und die andere ist die Geisel der Lannisters, und nun wird ihr erster und letzter verbliebener Sohn vor ihren Augen hinterrücks umgebracht. Ihr Vater ist auch vor kurzer Zeit gestorben, ihre Heimat wurde niedergebrannt und beinah ihre gesamten Bediensteten niedergemetzelt. Robbs gescheiterter Feldzug ist eine Tragödie für den Norden und für die Starks, aber niemand hat mehr gelitten als Catelyn Stark. Ihr Tod ist schlussendlich eine Erlösung für sie, möge sie nun wenigstens in diesem in Frieden ruhen…

Ebenfalls tot, ein Symbol für Robbs Kampagne: Grey Wind. Schmächlich starb dieser – aufgrund hoher CGI-Kosten sind die Düsterwölfe leider kaum noch im Bild, wenigstens zu Robbs letzten Stunden hätte ich mir noch ein letztes Aufbäumen der Macht der Starks erwünscht. „Rains of Castemere“ liefert uns hingegen das Gegenteil: Von den Freys eingelullt und eingekerkert stirbt dieses rare Rassentier eines unwürdigen Todes.

Schließlich noch die einzig überlebende Stark der Roten Hochzeit: Arya. Ihr Wechselspiel mit dem Hund ist fabelhaft – fast muss man froh sein, dass sie weiterhin mit ihm auf Tour sein wird. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sie erkennen wird, dass Sandor im Grunde ein guter Mensch ist, auch wenn er ihre Loyalitäten nicht teilt (in Wahrheit besitzt er wohl so etwas wie Loyalität gar nicht nicht). Clegane beginnt allerdings schon so langsam, einen ordentlichen Respekt vor dem Mädchen zu kriegen, das ihm vorwirft, sich vor Feuer wie ein kleines Mädchen zu benehmen, und ihm mutig ankündigt, ihn eines Tages nicht hinterrücks sondern in einem ehrlichen Duell mit einem Stich ins Auge zu töten – und wie immer sind die Dialoge so schön, dass man sich wünschen würde, sie würden noch weitere fünf Minuten dauern.

Im Norden und im Westen.

Jons, Brans und Daenaerys‘ Handlungsstränge von „The Rains of Castemere“ haben das Pech, allerhöchstens nur dritte Geige zur Roten Hochzeit zu spielen. Man soll einem Gaul nicht ins Maul schauen, aber „The Rains of Castemere“ verstaut eigentlich fast ZU viel Handlung in einer einzelnen Episode – davon abgesehen, dass drei Hauptfiguren ihren Tod finden, erobert Daenerys die bislang wohl größte von ihr besuchte Stadt des östlichen Kontinents, während Jon seine seit gut 10 Episoden anhaltende Allianz mit den Widlingen aufgibt (und Ygritte dabei aufgelöst zurücklässt) und Bran verborgene Kräfte in sich entdeckt. Es ist der saftigste Teil aller 5 bislang erschienener „The Song of Fire and Ice“-Romane, und ich wünschte mir fast, dass sie die diesmaligen Ereignisse noch ein wenig gestreckt hätten.

Es ist fast ein Frevel, in Robbs Todesfolge groß von den Geschehnissen andernorts zu berichten, aber es sei der Vollständigkeit halber hier noch abgedeckt. Daenerys schafft es in ihrer Nebenrolle in dieser Episode, ganz Yunkai einzunehmen, und das Mithilfe von Daario Noharis. Wie erwartet verliert er keine Zeit, Dany auch physisch näher zu kommen, was den Augen von Jorah Mormont und Barristan Selmi nicht entgeht. Dennoch gibt es (noch) keine Einsprüche, im Gegenteil: Jorah predigt Barristan noch, dass ihr Eid sie dazu zwingen würde, Danys Entscheidungen zu akzeptieren und ihre Befehle auszuführen, ungeachtet der Moral oder Ehre. Von oben ist Yunkai eindrucksvoll animiert, viel von der Stadt (oder der Eroberung) sehen wir aber nicht. Es erinnert stark an Staffel 1, in der für die große Kampfesszene in der letzten Episode einfach kein Budget mehr vorhanden war, und scheinbar war man auch hier äußerst limitiert (und sich wohl auch bewusst, dass die Rote Hochzeit ohnehin die Show stehlen würde): Das Scharmützel mit Jorah, Grey Worm und Daario ist zwar erstklassig choreographiert, Jorahs plumpes „The city is yours.“ überzeugt so gar nicht, egal wie sehr die Sklaven bereit waren, ihre Waffen niederzulegen.

Brans Storyline hat ein paar Jahre gebraucht, aber jetzt scheint sie so langsam dort zu sein, wo man wirklich hinwill mit ihm: Bran erlernt das Wargen. Überraschend klassisch entpuppt sich Bran als quasi Auserwählter, der ein mächtigerer Warg ist als jeder andere Mensch auf der Welt, sogar fähig, in (einfache?) Menschen zu wargen. Die Entwicklung ist äußerst spannend für die Zukunft, und die Übernahme Hodors trägt auch moralische Konsequenzen mit sich – mag Hodor das? Kann und will Bran auch andere Menschen übernehmen? Rickons Abschied ist indes kein großer Verlust für die Serie (falls er zurückkehrt wird der Schauspieler wahrscheinlich schon ein Teenager sein), und Osha ist mehr oder weniger ohnehin schon von Meera Reid ersetzt worden. Ich wünschte, Jon Snow hätte mehr Zeit gehabt, Summer ein bisschen länger in die Augen zu sehen – dann hätte Brans Begegnung mit Snow ein wenig mehr Gewicht gehabt.

Jons Verrat an den Wildlingen ist die vierte enorm wichtige Entwicklung der Episode. Dessen Zwiespältigkeit wurde ohnehin in beinah jeder seiner Widlingstage-Episoden thematisiert, und so ist es nicht verwunderlich, dass er seine wilden Brüder und Schwester verlässt, und das trotz Ygritte. Dessen Herz bricht schier, möchte im ersten Moment sogar mit diesem kämpfen, bevor sie später von Tormund zur Vernunft gebracht werden kann. Mir gefällt, dass Jon Snow sie niederstößt, damit sie gar nicht die Gelegenheit bekommt, ihre Landsmänner und -frauen zu attackieren. Die Seiten wechseln könne sie nie, aber durch Beihilfe zu Jons Flucht schnell von Tormund und Co. als Verräterin abgestempelt werden.

Bla:

– Früher als gedacht hat sich damit wohl schon eine der Prophezeiungen von Stannis‘ Verbrennung der Blutegel erfüllt…

– Dies war wohl die erste Folge der Serie seit mindestens zwei Staffeln, die nicht in King’s Landing stattfindet. Auch die erste ohne Tyrion?

– „“The wine will flow red and the music will play loud, and we’ll put this mess behind us.“

– Wie Catelyns Stimme bricht… wie sie beim Tod ihres letzten Sohnes aufschreit und sekundenlang gar nichts mehr fühlen kann… und wie ihr schließlich kommentar- und fast auch lautlos die Kehle durchgeschnitten wird – das ist einfach pure Filmkunst.

– Ygritte zögert nicht, dem wehrlosen Mann einen Pfeil in den Bauch zu jagen. Das klingt zwar verachtenswürdig, aber man muss ihre Kaltschnäuzigkeit (haha) einfach bewundern. Vom Feuer geküsst, in der Tat.

– Mit knapp 53 Minuten ist „The Rains of Castemere“ die wohl kürzeste Folge der dritten Staffel, und selbst in dieser wurde ausgiebig fernab der Zwillinge berichtet. Das hat mich echt überrascht, ich dachte, sie würden sich mehr Zeit für die einzelnen Szenen nehmen, aber andererseits wäre damit wohl die Überraschung gemildert gewesen wären – man hätte erahnen können, dass da was im Busch stecken würde. Zudem musste man für die 53 Minuten noch eine Szene zwischen Gilly und Sam dem Zauberer verwenden.

– Ich kann mich noch gut daran erinnern, das Rote Hochzeit-Kapitel zum ersten Mal gelesen zu haben. Ich war so verstört, dass ich das Kapitel sicherheitshalber nochmal lesen musste, um sicher zu stellen, ob das nun wirklich gerade passiert sei. Danach war ich wohl ähnlich am Boden zerstört, wie es nun die Fans weltweit sind.

Fazit: 10 von 10 Punkten.

Nicht perfekt, aber das braucht „The Rains of Castemere“ nicht zu sein, denn die Rote Hochzeit ist das TV-Highlight des Jahres.

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19 Gedanken zu “Kritik: Game of Thrones 3.09 „The Rains of Castemere“/ „Der Regen von Castamaer“.

  1. Je länger ich die Episode auf mich nachwirken lasse, umso klarer erinnere ich mich an diese letzten fünf Minuten: die Tür, Michelle Fairleys Blicke, ihre langsame Erkenntnis, Rooses Grinsen, der Durcheinander, the King in the North rises, Rooses effizienter Schwertstoß, und diese letzten Sekunden in Cats Leben… wow.

  2. Ich gehöre zu denen, die die Bücher nicht kannte und die von der Folge komplett vom Hocker gerissen wurde….einfach der Hammer und für mich vollkommen unerwartet!

    Ser Jorah’s ‚The city is yours‘ fand ich auch etwas plump, aber ich glaube, dass hier evtl auch eher ein Ende der Beziehung zwischen Dany und Jorah eingeleitet werden sollte…..sein schwer getroffener Blick, als Dany nach Langhaar-Ken alias Daario fragt, sprach Bände

    • Da beneide und beglückwünsche ich dich, vor allem, dass du in den letzten 2 Jahren über gar keine Spoiler gestolpert bist, obwohl du Artikel im Netz liest. Ich hatte mir damals versehentlich in Staffel 1 die Überraschung selber ruiniert.

    • Danke!
      Na ja, so ganz ist mir das nicht gelungen, ich weiß schon teilweise mehr, als ich je wissen wollte, aber die Storyline um Robb ist vollkommen an mir vorbei gegangen. Ich glaube so überrascht war ich schon lange nicht mehr 😆

  3. Eine wahrhaft unglaubliche Folge. Ich gehöre zu denen, die keine Ahnung hatten, was passieren würde. Naja, die Bücher liegen seit langem zuhause rum und nach Montagabend werde ich wohl endlich damit anfangen (müssen).

    Ansonsten auch wieder einmal eine sehr gut geschriebene Kritik!

    • Kann die Bücher nur empfehlen.
      Ich stieg damals nach der ersten Staffel ein, entschied mich dann aber, dennoch von vorn zu beginnen – auch wenn das jetzt nach Season 3 bedeutet, erstmal rund 2000 Seiten großteils bekanntes Material zu lesen. Aber mal davon abgesehen, dass das Buch natürlich viel detaillierter ist, ist es auch so spannend geschrieben, dass selbst das Lesen der alten Bücher ein klasses Erlebnis ist.
      Viel Vergnügen!

    • Danke. Ich steige am 1.8. in Moskau in die Transsibirische Eisenbahn ein. Die 9288 Kilometer reichen vielleicht für das erste Buch…

  4. Ich habe die Bücher nicht gelesen. Habe alle Staffeln mit Freude verfolgt. Aber nach der Folge 3.09… stand ich vom Sofa auf, ungelogen eine halbe Stunde mit offenen Mund, die Sprache verschlagen, entsetzt, wütend, draurig,.. konnte die Nacht kaum schlafen. Selbst noch Tage danach gehen mir die Szenen nicht aus dem Kopf. Bin total neugierig, wie es weiterläuft…
    PS: Bücher lese ich nicht so gerne, da fehlen mir die Effekte und vor allem die passende Musik. Um die ist bei Game of Thrones absolut PERFEKT!

    Fan Grüsse aus São Paulo Brasilien

    • Ich finde, wenn so etwas passiert wie du beschreibst, dass man noch tagelang die Geschehnisse einer TV-Serie verarbeiten muss, dann wird Fernsehen wirklich zu einem Erlebnis.
      So was erlebt man höchstens ein, zwei Mal pro Jahr, und deshalb denke ich auch, dass Game of Thrones damit das Highlight des TV-Jahres gestellt hat – das wohl höchstens vom Breaking Bad Finale übertrumpft werden kann.

    • Achja, die Geschehnisse dieses Videos dürften dir dann übrigens recht bekannt vorkommen (mein Favorit ist übrigens der Typ ab 5:15):

      😉

  5. @ Blamayer,

    eine super Rezension! Ich habe mir alle 10 (eigentlich 5) Bände geholt, nehme mir immer vor, zu starten. Ich habe sogar schon die ersten 200 Seiten von Band 1 gelesen, aber dann die Motivation verloren, da sich alles aus der Serie wiederholte. Nun habe ich mir vorgenommen, bei der Hochzeit weiter zu lesen, damit es wieder spannend wird und ich weiss, wie es in Zukunft weiter geht. Wie Sie bereits in Ihrer Rezension hier schreiben, kann ich es einfach nicht begreifen, wieso der Autor hier die Familie abnippeln und leiden lässt, die man (ich setzte das mal so vorraus) eigentlich von allen Familien am meisten mag. Statdessen bleibt der Familie nur die gut aussehende, wenngleich ziemlich dumme (hatte schon etliche Angebote zur Familie zurück zu kehren) Sansa, Arya, Bran und der unwichtige Rickon, der wahrscheinlich im 7ten (englichen) finalen Band böse wird und seinen Bruder Bran unbringt, um der mächtige zu werden. Arya und Bran sind natürlich sympatisch und moralisch in Ordnung, aber für mich und die meisten war Stark glech Eddard und Rob, dann Cat.
    Ich verstehe daher nicht, wieso der Autor diese 3 wichtigen Personen sterben lies. Stanis, diese miesen Lannister (Ausnahme der Gnom) interessieren nicht und und die hübsche Khallissi kann auch nicht über die Starks hinwegtrösten. Ich vermute daher, das die Quote der Serie stark zurück gehen wird. Das Buch an sich und wie es weiter geht, bleibt natürlich spannend. Abschließend muss ich auch sagen, dass es nicht ausreichte, dass die guten Starks starben, nein es musste auch die Frau von Rob sterben, die hat es ja mal überhaupt nicht verdient… Bleibt nun die Frage, wem man weiter die Daumen drücken soll!? Ich werde für den Bluthund, Arya, John Schnee, Igrit (natürlich, die gute stirbt auch…) und die super aussende Khalisse versuchen weiter zu verfolgen.

    Zu guter letzt die Frage, wo ich angfangen sollte zu lesen, wenn ich nun neue Kapitel lesen möchte, die bisher nicht verfilmt wurden?

    Ich warte gespannt auf Ihre nächste Rezension und hoffe, dass schnellstmöglich die neue Staffel 4 startet.

    • SPOILER:
      Noch eine Frage:

      Ich habe irgendwo gelesen, das Rob bei der roten Hochzeit final von Tyvin Lannister erstochen wird, sein Kopf getrennt wird und ihm der Kopf von seinem Wolf angenäht wird. Cat sollte erhängt werden und über die brandung der Festung geworfen werden. Ich war daher irritiert, wer Rob in der TV Serie nun erstochen hat.?

    • Auf der englischen Wikipedia-Seite der Serie steht bei jeder Episode, welche Kapitel verfilmt wurden. Allerdings sind da die Bücher selber nicht sonderlich übersichtlich, wenn beispielsweise die Rede von „Arya III“, d.h. das dritte Arya- Kapitel des Buches, ist, dann ist das im Buch gar nicht so einfach zu finden. Ich empfehle daher, die Kapitel vor dem letzten Catelyn-Kapitel (mit der roten Hochzeit) probezulesen. Mit der deutschen Einteilung der Bücher kenne ich mich leider nicht genau aus, da ich die englischen gelesen habe, weiß also nicht ob du in Buch 5 oder 6 anfangen solltest.

      Natürlich ist Robbs Tod ein großer Schock, man muss diesem aber einfach ein wenig Zeit geben, um ihn zu verarbeiten. Dann fängt man bald an, ein Fan anderer Familien zu werden – Game of Thrones ist ja nicht bloß schwarz und weiß, sondern fast alle Häuser haben positive Seiten. Ich persönlich bin Stannis-Beführworter geworden, drücke aber auch Arya, Brienne, Jon und Co. die Daumen, und mag auch gern die Häuser Tyrell (Margaery, Loras und Co.) sowie Dorne (kommt erst in Staffel 4/ der zweiten Hälfte von Storm of Swords ins Spiel).

    • Und zu deiner zweiten Frage:
      SPOILER
      Dass Tywin Lannister es getan habe ist falsch. Roose Bolton war sowohl in Buch als auch Serie der Übeltäter. Cat wurde ebenfalls in beiden Medien auf die gleiche Weise umgebracht – ihre Kehle wurde durchgeschnitten. Anschließend wurde sie in den Fluss geworfen, während ihrem Sohn zum Hohn der Kopf von Grey Wind angenäht wurde. Ich nehme an, diese Dinge sehen wir noch in der letzten Folge der Staffel – dafür war in Rains of Castemere ja keine Zeit mehr.

  6. Pingback: Kritik: Game of Thrones 3.10 “Mhysa”. | Blamayer TV

  7. Ich kenne die Bücher aber die Folge war trotzdem eines der schockierensten TV Erlebnisse meines Lebens. Respekt ! wenn ein TV Ereigniss dermaßen emotional einschlägt haben die Autoren alles richtig gemacht WOW ! Einziger Kritikpunkt ist die enorme Abweichung von den Büchern und nur das Wissen darüber gab mir Hoffnung weiter positiv durchs leben zu gehen : ) !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“SPOILER“ !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Cat ist irgendwie doch nicht tot ! Sie wird von Dondarion wiederbelebt und wird sicherlich Ihre Rache bekommen. Und Thalissa, deren Name falsch ist ( Jeyne Westerling ) ist hier vollkommen fehl am Platze. Ich finde ich es schon heftig dass Robs Frau im Buch gar nicht an der „Roten Hochzeit“ teilnimmt und somit in der „Buchrealität“ auf Schnellwasser überlebt. Ob Sie schwanger ist muss Martin erst noch entscheiden. Na ja trotzdem saugeiles Erlebniss und „11 von 10 Punkten“ : )

  8. Ich gehörte auch zu den Ahnungslosen und habe nach dieser Folge mit Posttraumatischen Belastungsstörungen zu kämpfen , einfach unglaublich

  9. Ich gehöre ebenfalls zu denen, die absolut keine Ahnung hatten und diese Folge hat mich echt mächtig verstört. Ich war unmittelbar danach nicht mehr in der Lage gewesen Auto zu fahren, da ich keinen klaren Gedanken fassen konnte. Als zweifache Mutter fühlte ich insbesondere mit Catelyn mit und zwar von dem Moment an als ihr Sohn Bran vom Turm gestoßen wurde. Fortan musste sie immer mehr ihrer Kinder entbehren und den Tod ihres Mannes ertragen. Ich habe mich echt schon in trügerischer Vorfreude gewogen, dass sie ihre todgeglaubte Tochter Arya in dieser Folge wieder in die Arme schließen konnte. Catelyn hätte es so verdient, ich hab es mir wirklich gewünscht – auch für Arya und Robb. Und dann DAS! Ich bin original erst zusammen mit Catelyn stutzig geworden und keine Sekunde früher. Da hab ich mir noch gedacht: ‚Och naja, wird eine kurze Zwischensequenz geben, in der evtl. Walder Frey dran glauben wird.‘ Dann der erste Paukenschlag, als die schwangere Jeyne so brutal erstochen wird. Grausam, aber politisch wäre es für die Starks verschmerzbar gewesen. Schließlich der verzweifelte Kampf Catelyns sich und den paralysierten Robb aus dieser Lage herauszuholen, indem sie Walders Frau als Geisel nimmt. Und dann Walders Worte: „Dann suche ich mir eine Neue!“ Was für mich echt das ausgesprochene Siegel auf den Tod der beiden Starks gewesen ist.
    Oh man, echt so schade! Catelyn hat so gekämpft für ihre Kinder. Mir blutet das Herz. 😦

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