The Walking Dead 3.04 „Killer Within“: Leben und Tod.

„No more kids stuff.“

Wow, einfach nur wow. „Killer Within“ ist einfach eine Wahnsinnsfolge, vielleicht die beste The Walking Dead-Folge überhaupt. Nie war der Einsatz höher, nie das Geschehen dramatischer: „Leben und Tod„, so der leicht spoilerbehaftete deutsche Episodentitel, ist ein absoluter Gamechanger, der die Serien in ungeahnte Höhen katapultiert.

Quelle: offizielle AMC The Walking Dead Homepage

Carl (Chandler Riggs) spricht seiner Mutter (Sarah Wayne Callies) Mut zu.

Während Andrea und Michonne ihren letzten Tag in Woodbury verbringen, festigen Rick und Co. ihr Fort. Axel und Oscar verhandeln gerade darüber, ob sie nicht doch Teil der Gruppe werden können, als die Hölle ausbricht: Plötzlich stehen dutzende Walker im Hof, gerade als die Gruppe getrennt steht – mehr, als die Gruppe handhaben kann…

Ab hier gibts wie immer volle Spoiler für die Episode.

Statusbericht aus Woodbury.

Zuerst zum weniger dramatischen Teil der Folge, der aber auch seine Momente hat: Andrea und Michonne wollen Woodbury verlassen. Es stellt ein tolles Gegengewicht zu den Ereignissen beim Gefängnis dar, weil es nicht nur ein paar friedliche Gespräche gibt, sondern durchaus einige der interessanteren philosophischen Fragen gestellt werden. „Truth is, I don’t know what I’m looking for“, sagt Andrea auf die Frage des Governors, was sie da draußen suchen würde. Es stimmt: Ihre Familie ist tot, Ricks Gruppe schwierig zu finden, und Woodbury ist doch genau das, was der Menschheit noch Hoffnung geben sollte – zumindest jenen Teil der Siedlung, die Andrea zu Gesicht bekommen hat. Und Michonne weiß es auch nicht so recht – an der Küste arbeiten schön und gut, aber den Lebensabend mit Andrea auf einer Insel zu verbringen kann wohl nicht Sinn und Zweck ihrer Reise sein – oder doch? Es wird dann eh darauf hinauslaufen, dass sie Ricks Gruppe begegnen, aber die Serie tut gut daran, die Figuren sich fragen zu lassen, was sie sich noch erhoffen in dieser marodierten Welt.

Auch ein paar tolle Details gibts in Woodbury zu betrachten. Es macht Sinn, dass Michonne die Einschusslöcher in den Trucks verdächtig vorkommen – endlich etwas, das ihr Misstrauen begründet. Merles Gespräch mit Andrea war auch gelungen, besonders Merles selbstironische Frage: „How come we never hooked up?“ Ein Moment, in dem die Serie zugeben muss, wie lächerlich sich Merle in Staffel 1 verhalten hatte, aber gleichzeitig auch ein Testament für die Veränderung in Merles Charakter. Wobei wir seine wahren Motive ja noch nicht kennen: Er sagt, der Governor sei ein guter Mann, obwohl er mit dabei war, als die Woodbury-Soldaten das Militär überfallen hat – und dennoch scheint seine Loyalität nicht so ganz beim Governor zu liegen, eine gewisse Spannung herrscht zwischen den beiden – trotz der Aussage des Governors, dass Merle sein wichtigster Mitarbeiter sei, ohne dem das Dorf auseinanderbrechen würde.

Chaos im Gefängnis.

Definitiv im Fokus dieser Folge, die erstmals beide Fraktionen verfolgt: Die Gefängnisbewohner. Die Episode startet langsam, doch mit starker Bildsprache: Wir sehen eine unerkennbare Figur im Gefängnis ein- und ausgehen, die Zombies hin- und herzulocken und schließlich ein Herz auf den Boden fallen. Mir kommt vor, damit möchte man gar nicht irgendwas Spezielles aussagen, sondern es generell als Symbol für Leben und Tod stehen lassen – es ist immerhin ein schwarzes Herz, das eines Zombies, das im Dreck liegen gelassen wird, um Zombies abzulenken.

Die Szene kann erst im Kontext gesehen werden, als klar wird, dass jemand die Bewohner sabotiert. Zuerst fällt der Verdacht natürlich auf Axel und Oscar, die zwei verbliebenen Gefängnisinsassen, doch es ist leicht zu vermuten, dass da noch jemand sein muss – jene Figur, die auch schon Carol vor ein paar Episoden aus dem Wald heraus beobachtete. Ich hätte nicht unbedingt mit Andrew gerechnet – das ist jener Gefängnisinsasse, den Rick damals ausgesperrt hatte, doch anscheind irgendwie überlebt hat – sondern fast mit einem Woodbury-Bewohner, doch im Endeffekt war Andrew doch der einzig logische Täter. Die Folge war allerdings so rasant, dass einem gar keine Zeit blieb, lang darüber nachzudenken, und zum Glück setzt auch die Episode nicht ihr Glück darauf.

Es sind nicht die Lebenden, die in dieser Episode die Rolle der Antagonisten übernehmen, sondern wieder einmal die Toten. Wir sind an dieser Stelle schon über 20 Episoden in der Serie drin, und nach gut 15 Stunden Filmmaterial ist es natürlich schwierig, Zombies als die gleiche Gefahr zu sehen wie zu Beginn – einerseits weiß man als Zuseher nun schon, zu was sie fähig sind, und andererseits sind Rick und Co. mittlerweile bestens damit vertraut, wie sie mit ihnen fertig werden. Und so ist es wohl einer der größten Erfolge von „Killer Within„, die Protagonisten in äußerst effektive Horrorszenarien zu werfen. Das Rezept in dieser Episode: die Gruppe steht getrennt, Lärm schallt aus den Lautsprechern, dunkle Korridore und Planlosigkeit.

Es war nicht die allersubtilste Trennung der Gruppe – irgendwie habe ich mich schon gefragt, warum sie denn nun alle getrennt stehen, und es bot sich eine Gefahrensituation gerade so an. Die anderen Gefahrenzutaten hingegen fließen vollkommen homogen in die Episode mit ein, vor allem die Kopflosigkeit: Bislang hatte Rick in der dritten Staffel Zeit, die Gruppe vor Eingriff zu koordinieren, doch diesmal musste jede Kleingruppe auf sich allein gestellt reagieren – und weil sie nicht damit gerechnet hatten führte kaum jemand eine Waffe mit.

Der Sicherheitsalarm ist eine absolut geniale Idee, und ich wünschte fast, sie hätten diesen nicht ganz so schnell abschalten können – es war ein unheimlich beunruhigendes Gefühl, die Gruppe bei diesem Lärm durch die Korridore zu begleiten, obwohl es eigentlich fast ein Vorteil für die Lebenden ist – so können Schussgeräusche nicht so gut von den Zombies gehört werden. Doch die Atmosphäre machts – Zombies laufen aus dem Umfeld gegen den Zaun, und die Sinne der Überlebenden werden gestört. Auch die Belichtung in den Korridoren sorgte für eine gruselige Atmosphäre – so bewusst, eine Horror-Serie zu sehen, war man sich noch nie.

Was passiert.

Die Serie hätte das Geschehen in vielerlei Weisen ausnützen können – man hätte sekundäre Figuren spektakulär sterben lassen können, man hätte es als Katalysator für die Integrierung der zwei verbliebenen Gefängnisinsassen wirken lassen, man hätte einfach die Figuren in ein effektives Horrorszenario werfen können, man hätte Carl wieder an seinen Aufgaben wachsen lassen können – doch es ist eine echte Überraschung, dass die Serie all das macht, und noch viel viel mehr.

Quelle: offizielle AMC The Walking Dead Homepage

Lang hat er durchgehalten: Jedermanns LieblingsnebenfigurT-Dog (IronE Singleton).

Beginnen wir mit T-Dogs Tod: Diese Figur bekam ja von der Fangemeinde viel Spott und Hohn, weil sie über mehr als zwei Staffeln hinweg äußerst unterentwickelt blieb und einfach deshalb weiter mitgeschliffen wurde, weil er der einzige Schwarze sei. Ironischerweise stirbt er jetzt genau dann, wo ein neuer Schwarzer sich der Gruppe anschließt und Michonne als neue Hauptfigur eingeführt wurde. In der dritten Staffel wurde ihm wenigstens ein bisschen Charakter spendiert, als er zum Beispiel als einziger für die Verbündung mit Axel und Oscar stimmt, von daher hat er sich zumindest erzähltechnisch vor seinem Abgang noch Entwicklung erfahren. Sein Tod war jedenfalls einigermaßen heroisch, als er Carol rettet – die übrigens von den anderen für tot gehalten wird. (Hatte sie ihren Schal nicht noch an, als sie bei der Tür rauslief?)

Weiters erweisen sich Axel und Oscar als einigermaßen „gut“. Die Situation war clever geschrieben: Daryl steckte beim Zuklemmen der Tür fest, während Rick gegen Andrew kämpft, und Oscar wird die Wahl gegeben – erschießt er Rick oder Andrew? Wichtig allerdings: Es ist rein rational, dass er Andrew die Kugel gibt, mit Andrew alleine würde er große Schwierigkeiten haben, da lebend herauszukommen. Rick scheint allerdings seine Entscheidung getroffen zu haben: Er hat es zwar noch nicht verbalisiert, doch sein Blick nach Übergabe seiner Pistole sagte eindeutig: „Willkommen im Team.“

Lori.

Plötzlich sehen wir, wie bei Lori die Wehen einsetzen. Zuerst hat es den Anschein, als wäre es der typische Fehlalarm, der in typischer TV-Manier die Situation nochmal brenzliger macht. Doch dann sieht man das Blut an Loris Händen, und muss erkennen: Es passiert wirklich. Das Baby kommt, falls es nicht eben gerade durch das Rennen durch die Korridore gestorben ist. Und auf einmal trifft einen der Episodentitel wie ein Schlag: „Killer Within“ meint nicht etwa Andrew, Oscar oder Axel, sondern Loris Baby. Alle Menschen sind infiziert, und so wohl auch Loris Baby: Wenn das Baby stirbt, und reanimiert, dann… oh Gott.

Es ist ein absolutes Horrorszenario, das die Episode in ihren letzten zehn Minuten aufbietet – und verdammt, ist es effektiv. Oftmals stammte der Horror in The Walking Dead von der Gewaltdarstellung und den verstümmelten lebenden Leichen. Aber hier ist es die Furcht, die herrscht – man sitzt vor dem Bildschirm und weiß einfach, dass etwas Schreckliches passieren wird, und ein Schreckensszenario ist schlimmer als das nächste. Vor allem, nachdem eine normale Geburt nicht mehr möglich ist, und Maggie das Baby per Kaiserschnitt zur Welt bringen muss. Wahnsinn.

Und mitten drin steckt Carl. „No more kids stuff.“ sagt ihm Rick in einer Rückblende, die äußerst gut platziert ist – sie vermittelt einem sofort, dass Lori sterben wird, und dass Carl nun ein paar Minuten Zeit hat, damit fertig zu werden – Minuten, in denen er sich von seiner Mutter verabschieden kann. Das gab es in dieser Form nun schon ein paar mal in The Walking Dead, dass jemand noch Zeit für ein paar letzte Worte hat – man denke an Jims leisen Abschied – aber noch nie konnte die Serie das so dramatisch umsetzen wie bei Lori.

Wer hätte das gedacht, dass diese (auch von mir) verhasste Figur solch einen dramatischen Abschied haben könne? Ich bin normal einer der letzten, der sich über den Serientod einer Figur freut, aber Lori war so eine unmögliche Figur, sie musste einfach weichen. Aber diese Szene war das absolute Gegenteil eines Befreiungsschlags: nämlich ein einziger Albtraum. So gut, so effektiv, so dramatisch: Maggie Lori den Bauch aufschlitzen zu sehen ist einer der grausamsten Momente, die ich je im Fernsehen gesehen habe, und Loris schmerzverzerrtes Gesicht spukt mir noch am Folgetag im Kopf herum. Fast erwartete ich, dass das Baby nun ein Zombie sei, doch inmitten dieser Verzweiflung ein Neugeborenes das Licht der Welt erblicken zu lassen ist noch einmal ein Schlag in die Magengegend.

Dann war die Tortur aber immer noch nicht aus: Lori war qualvoll gestorben, doch die Reanimation musste noch verhindert werden. „No… she’s my mum“, wird Maggie von Carl gewarnt. Unglaublich, was die Serie aus dem weinerlichen Carl aus Staffel 2 gemacht hat: Der Tod seiner Mutter lässt ihn natürlich nicht kalt, aber er weiß, was er tun muss. Es zerrüttet ihn, aber gleichzeitig weiß er, dass er kaltschnäuzig reagieren muss, und dass er seiner Mutter diese letzte Ehre erweisen muss. Ganz schweres Geschütz, das die Serie auffährt, und auf einmal Carl als wohl konflikt-zerrüttetste Figur zurücklässt.

Quelle: offizielle AMC The Walking Dead Homepage

Pure Verzweiflung im Gesicht von Rick (Andrew Lincoln), als Carl und Maggie (Lauren Cohan) wortlos mit Loris Baby, aber ohne Lori zur Gruppe zurückfinden.

Aber auch Rick bekommt seine Dosis ab: Als Maggie vollkommen tränenüberströmt und kein Wort hervorbringend auf den Vorplatz taumelt, mit dem Baby im Arm, zerreißt es nicht nur Rick das Herz. Es ist wirklich rührend, vor allem, wenn Rick mit ungewohnt hoher Stimme „ohh noo, noo!“ schluchzen hört, ein paar Schritte taumelt, sich auf den Boden fallen lässt und nur noch heult. Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor wissen genau, welche Knöpflein sie drücken müssen, um hier die emotionalste Szene der Serie hinzuzaubern, in einer Episode, die ohnehin schon von Höhepunkten gespickt ist.

Leben und Tod“ mag zwar langsam begonnen haben, doch die zweite Hälfte ist dermaßen stark in Szene gesetzt, dass das leicht zu vernachlässigen ist. In der Tat ist diese zweite Hälfte so vollgestopft mit Action, Horror und Emotionen, dass die Episode gar nicht damit beginnt, die Konsequenzen der Geschehnisse zu verarbeiten. Ich werde mich dem anschließen und insbesondere die Bedeutung von Loris Tod für die Serie im Artikel zur nächsten Episode betrachten.

Bla:

– Dass Glenn und Maggie im Wachturm ein Schäferstündchen eingelegt haben war beim Schauen der Szene nur ein netter Gag, im Nachhinein eine der wenigen heiteren Momente der Folge.

„Somebody is playing games with us!“ Bis zu diesem Ausspruch war ich naiverweise der Überzeugung, jemand habe versehentlich das Tor offen gelassen, und ein Sicherheitsprotokoll wäre aktiviert worden. Aber dann kam die Erinnerung an das Herz.

– Wie cool war es, den Governor golfen zu sehen? Es mag sein, dass dieses Bild häufig in Literatur und Bildmedium vorkommt, doch es scheint seine Wirkung nicht zu verlieren – vor allem, wenn der Governor gelegentlich auf Zombies schießt. Vor allem der Blick auf die Straße hat mich beeindruckt – das ist ein riesiges Set, das dem Governor da als Spielwiese dient.

– Und dazu passend: Toller Übergang von dem Golfschlag des Governors hin zum Schuss aus Ricks Pistole.

– Vor Loris Ableben notierte ich noch, was für eine „ultimate negative nancy“ sie doch sei – jeder sprach Hershel Mut zu, doch sie sagte schon nach ein paar Schritten, er möge sich doch schon wieder hinsetzen, und blieb dabei, Hershel bis zu ihrer Trennung zu entmutigen.

– Zu Beginn war der Zombie-Angriff äußerst verwirrend, weil sich Rick und Co. in so viele Kleingruppen aufgespaltet hatten, und nicht ersichtlich war, wie weit sie voneinander entfernt sind, wohin sie laufen sollen oder müssen oder woher die Zombies überhaupt kommen. Ich glaube aber, dass das durchaus mit Absicht der Fall ist: Genau wie die Figuren wissen wir nicht sofort, was zu tun ist und wie die Lage aussieht.

– Wieder ein kleiner Flirtversuch von Carl an Beth!

– Gerade als Comicbuch-Leser kommt es als Überraschung, dass Lori schon so früh in der dritten Staffel stirbt – im Comic überlebt sie deutlich länger, nämlich bis zum Ende des Gefängnis-Kapitels. In der TV-Serie lässt man die Figuren ihren Tod viel intensiver verarbeiten, weil sie im Comic inmitten einer Actionszene stirbt – auf jeden Fall eine tolle Änderung.

– Über den Tod des Piloten aus „Walk With Me„: „Thank god, at least no one knew him.“ – „Thank god…“

– Nochmal bezüglich des Flashbacks, als Rick Carl gesagt hat, dass irgendwann Lori und er ja sterben würden: Damals hatte ich das gar nicht so bemerkt, aber dieses Gespräch wurde wirklich hübsch eingefangen und erscheint jetzt verdammt denkwürdig.

– RIP Lori und T-Dog.

Fazit: 9,5 von 10 Punkten.

Killer Within“ ist die bislang spannendste, emotionalste, schockierendste und aufwühlendste Episode der Serie. Loris Tod kommt unerwartet früh und rührend und dürfte für ordentlich Sprengstoff in den nächsten Episoden führen. Die Folge erinnert, warum The Walking Dead als Zombie-Horror-Serie klassifiziert ist, aber gleichzeitig die Lebenden in den Mittelpunkt stellt.

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11 Gedanken zu “The Walking Dead 3.04 „Killer Within“: Leben und Tod.

  1. Guter Text, unglaubliche Folge. Damit hatte ich nicht wirklich gerechnet. Und das alles noch spät in der Nacht nach einer Homeland – Folge, die auch nicht ganz ohne war. Normalerweise kann ich den Montag von allen Wochentagen am wenigsten ab, aber seit ein paar Wochen hat sich das drastisch geändert…

  2. Ehrlich?

    Ich finde, dass die Folge ehrlich gesagt durch ihre Unmenge an Gewalt und schnellen Abläufen in der Folge die vielen Logiklücken übertüncht. Da fallen mir doch gleich mehrere Punkte auf:

    – Zu Anfang der Staffel haben sie sicher gleichviel, wenn nicht mehr Zombies niedergemäht. Ohne Probleme. Jetzt auf einmal wirds eins? (Und soviele Zombies warens dann auch nicht)

    – Woher kommen denn die ganzen Zombies? Vor allem IM Gefängnis ist das ganze irgendwie nicht erklärt worden. Und vor allem hören die Wellen irgendwann einfach auf. Erinnert mich ein bisschen an Call of Duty.

    – Warum laufen sie denn nicht in die Zellen und schmeißen die Türen hinter sich zu? Lieber durch das ganze Gefängnis laufen? Vor allem Lori in ihrem Zustand wird schwer laufen können.

    – Einen Kaiserschnitt durchführen, ohne für so etwas auch nur ansatzweise ausgebildet zu sein mit einem Taschenmesser? Also bitte.

    – Überhaupt: Warum versucht man Lori nicht zu den anderen zurück zu bringen? So etwas wie eine Geburt passiert nicht innerhalb von Minuten, sowas dauert üblicherweise doch ein wenig länger.

    -Ricks Gejaule am Ende: Da hab ich doch sehr lachen müssen. Das hat schon sehr lächerlich geklungen (war irgendwie schräg komisch).

    – Ein Dieselreaktor? Wirklich? Warum hat Rick wenns so etwas gegeben hat, nicht daran gedacht? Warum haben die anderen Gefangenen nix gesagt? Und vor allem: Das Ding dürfte inzwischen doch einige Jahre auf dem Buckel haben ohne einmal überprüft worden zu sein. Stelle ich mir auch schwierig vor (Öl!)

    Generell hätte ich gehofft, dass dieses total Irrationale Gehabe gegenüber den Zombies sich endlich aufgehört hat nach den ersten paar Folgen. Realistisch gesehen sind diese auch nicht wirklich gefährlich, bzw. eigentlich nur durch ihre Menge und selbst dann kann man ihnen ganz gut entgegen gehen wenn man beweglich ist und sich halbwegs intelligent verhält, was sie ja auch gemacht haben in den letzten Folgen.

    Prinzipiell war die Folge ja nett anzuschauen, sie war spannend, ja. Aber die Serie leidet immer noch sehr unter Logiklöchern, die sie einfach nicht stopfen können.

    • Auf eine Diskussion lasse ich mich gerne ein! 🙂

      – Probleme mit dem Zombie niedermähen: Diesmal waren sie in einer viel schlechteren Lage als sonst: Sie waren nicht vorbereitet, sie waren getrennt (weniger Durchschlagskraft), sie haben ein paar invalide (Hershel, später Lori) und sie sind in Panik geraten.

      – Zombies im Gefängnis: Ha, ich glaube Sie haben recht. Es ist jetzt bei mir schon eine Woche her, deshalb weiß ich es nicht mehr genau: Sind sie Carl und Co. nicht einfach nachgelaufen? Auch woher die Zombies von draußen stammen, das muss man sich eher selbst erklären: Andrew muss wohl eine ganze Schar an den Zaun gelockt und dann das Tor geöffnet haben. Zusätzlich wurden ja dank der Alarmanlage sämtliche Walker der Umgebung herbeigerufen.

      – Laut meinem Verständnis laufen sie nicht in die Zellen, weil sie erst zwei Zellblöcke gesäubert haben (den ihrigen und das Quartier von Axel und Oscar). Wir haben kein genaues Bild davon bekommen, wo sich die Protagonisten in Relation zu den sicheren Zellblöcken waren – und das mag man vielleicht als Nachlässigkeit sehen, aber ich fand, dass es der Situation angepasst war – wegen der Panik der Figuren eben.

      – Es war ja kein Kaiserschnitt – sie haben ihr einfach den Bauch aufgeschnitten und das Kind herausgenommen. Ich kenne mich nicht sonderlich mit der Anatomie der Gebärmutter aus, aber ich denke schon, dass das Baby überleben kann.

      – Lori bewegen: Jup, das stimmt, es war eine dieser Fernsehgeburten, wo die gesamte Geburt innerhalb von nur ein paar Minuten vonstatten geht.

      -Ricks Gejaule war merkwürdig, aber ich finde, dass es gerade dadurch so real klang – ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, wie ich oder sonstjemand darauf reagieren würde, dass die Ehefrau bei der Geburt gestorben war, ohne sich je mit ihr ausgesöhnt zu haben.

      – Dieselreaktor: Da haben Sie wohl recht, den hätten die Figuren schon vorher finden können! Das mit dem Öl ist allerdings wieder leichter zu erklären: Bislang hat die Serie geschätzt höchstens ein ganzes Jahr behandelt.

      Sicher, so ganz lückenlos ist die Folge nicht, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass die Folge davon abhängig ist.

      Liebe Grüße

    • Trotzdem:

      Ich will ja jetzt nicht spoilern oder so, aber die nächste Folge macht wohl deutlich was ein Mann mit genügend Wut und genügend Kraft anstellen kann mit den Zombies.

      Und es stimmt schon: Ich schaue ja unglaublich gerne The Walking Dead. Die Folge war auch toll anzusehen, aber mich stören solche Logiklöcher einfach sehr (was ja natürlich auch dem Setting irgendwo zu schulden ist. So etwas wirklich zu 100% durchzudenken ist doch etwas schwierig). Aber wenn man so eine Serie mit Boardwalk Empire oder Homeland vergleicht (andere Genres stimmt, aber dennoch kann man sie bis zu einem gewissen Grad vergleichen), welche einfach von Anfang bis Ende jeder Figur eine große Rolle zu spielen hat und nicht einfach ein besserer Lückenfüller ist, dann ist das einfach manchmal etwas schade.

      Überhaupt hätte ich gerne etwas mehr Meta Ansatz bei the Walking Dead…

    • Ja, das mit dem Meta-Ansatz wäre nicht verkehrt – im Comic gibt es dazu sogar eine echt bewegende Rede Ricks während des Gefängnis-Kapitels, die die TV-Serie bestimmt nicht auslassen wird. Generell ist die Serie da sehr verhalten, aber die Macher sind sich dessen halt bewusst, dass sie da keine „Kult“-Serie kreieren müssen, und dass nicht nur die breite Masse die Show schaut, sondern auch die Kritiker, die an Board sind, um zumindest die Themen herauszugreifen, die die Show „vergisst“ zu behandeln.

  3. Pingback: The Walking Dead 3.05 “Say the Word”: Notruf. | Blamayers TV Kritiken

  4. Eine Welt total im Chaos. Von Krankheit und Seuche überflutet ohne Zivilisation ,medizinische Versorgung und ohne Ansatz von Hygiene, inmitten eine schwangere Frau die ein Kind auf natürliche weis gebärd und beide sind putz munter und Überleben das ganze das wäre für mich unlogisch. Auch wenn die Kleine Familie um Rick immer so etwas wie ein Lichtblick war musste dass so passieren und ist für mich absolut logisch wenn lori dass überlebt hätte dann wäre dass einfach zu unrealistisch für mich gewesen.
    DAs ganze war so schockierend weil es einfach zu früh und unerwartet kam ich hätte so eine Folge als Staffelfinale erwartet , aber trotzdem war es so fesselnd und spannend zuletzt empfand ich so etwas nur bei lost.

    P.s. KOmpliment an Blamayer deine Kritiken find ich echt toll und werd sie weiter verfolgen

  5. Pingback: Kritik: The Walking Dead 4.02 “Infected”/ “Tod, überall Tod”. | Blamayer TV

  6. @The Muellner: Das der ‚Kaiserschnitt‘ nicht so lange dauert,ist durchaus realistisch. In Anbetracht der Notlage…ein Notkaiserschnitt darf sogar nur höchstens (!) 10 min dauern

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