South Park 16.07 „Cartman Finds Love“: Armor Eric.

„Love is like taking a dump, Butters. Sometimes it works itself out, but sometimes you gotta give it a nice little slimy push.“

Die South Park Elementarschule hat eine neue Schülerin, und alle Jungs fragen sich: In wen wird sie sich wohl verlieben? Aufgrund Nicholes schwarzer Hautfarbe ist für den ewig rassistischen Cartman ganz klar: Sie ist wie geschaffen für Token, den einzigen afro-amerikanischen Jungen der Kleinstadt. Cartman beschließt, die beiden um jeden Preis zu verkuppeln.

Quelle: wegotthiscovered.com

Cartman überzeugt Nichole davon, dass Kyle nicht der Richtige für sie ist.

Es handelt sich um das Mittsaisonfinale der 16. Staffel von South Park – und man merkt, wie den Machern zum Schluss ein wenig die Ideen ausgegangen sind: Die Plots sind harmloser, die Ideen weniger wild und der Witz nicht mehr ganz so bissig. Trotzdem ist „Cartman Finds Love“ keine schlechte Episode.

Eigentlich findet Nichole ja Kyle süß. Als Cartman aber davon hört nimmt er Nichole kurz zur Seite und erzählt ihr, Kyle wäre mit ihm zusammen. Das ist nur der erste Schritt Cartmans, der plötzlich versucht Amor zu spielen und Token und Nichole tatsächlich zusammenzubringen. Er insziniert eine gemeinsame Gefangenschaft der beiden in der Umkleidekabine der Jungs, legt köstlicherweise auch ein leckeres Buffet, ein „Spiel des Lebens“-Set und eine Tube Massageöl bei. Und seine List geht auf – die beiden formen eine Freundschaft, werden unzertrennlich und sind bald schon ein Paar. Kyle ist wütend, dass Cartman ihn vor allen als schwul abgestempelt hat, muss aber selbst auch zugeben, dass die beiden glücklich sind.

Besonders gelingt der Episode Cartmans Reaktionen auf das zweiseelige Glück von Token und Nichole. Cartmans tränenüberströmtes Gesicht ist einfach unbezahlbar. Die Komik stammt daher, dass wir diesen Charakter nun schon so viele Jahre kennen. „Oh god, sooo cute!“, schwärmt Cartman und beginnt die beiden und deren Beziehung zu stalken. Persönliche Lieblingsszene der Folge: Cartman bricht in Nicholes Zimmer ein, um in deren Tagebuch zu lesen, wie süß sie Token findet. Er ist einfach so surreal, wie überglücklich er darüber ist.

Fast schon kann man Cartmans List gutheißen – vielleicht zum ersten mal überhaupt sorgt er dafür, dass andere Menschen glücklich sind, auch wenn er dabei recht rassistisch vorgeht. Aber manchmal funkt es einfach zwischen zwei Menschen, und dann ist die Hautfarbe ja eigentlich egal. Eigentlich.

Sehr treffend diesbezüglich war die Abendmahlszene von Nicholes Szene. Deren Vater macht sich Sorgen, dass sie ausgerechnet den einzigen schwarzen Jungen daten würde, weil sie denken würde, dass die beiden nunmal wie füreinander geschaffen seien. So gesehen haben es Schwarze sicher nicht leicht, wenn nicht nur rassistische weiße Väter ihre Tochter einem schwarzen Burschen vorenthalten möchte, sondern auch schwarze Väter – doch Nicholes macht sich einfach Sorgen, dass rassistische Menschen da etwas hineininterpretieren könnten. Er meint es sicher nicht böse.

Überraschend ist, dass sich kein einziger Charakter South Parks in dieser Episode rassistisch verhält, ausgenommen natürlich Cartman – und trotzdem ist die Hautfarbe ein Thema. Die Episode schafft es dabei also, ohne große Übertreibungen und somit sehr subtil ihre Geschichte zu spinnen – ein feiner Zug, den man von South Park nicht oft sieht. Nichole ist jedenfalls so unsicher über Tokens Motive, dass sie an ihrer Beziehung zu zweifeln beginnt – zugegeben, unter anderem auch wegen der Aufschrift „Cuz blacks belong together“, die am Teddybären hängt, den Cartman ihr als heimlicher Amor vor die Haustüre gelegt hat.

Wir erfahren auch, wie es zu Cartmans plötzlicher Verwandlung gekommen ist – wir erleben es ja nicht oft, dass er mit so guten Absichten handelt. Aufgrund des Titels der Episode, „Cartman Finds Love„, vermutete ich zuerst, Cartman würde sich selbst in Nichole verlieben, aber Fehlanzeige. Stattdessen wird er einfach nur wahnsinnig. Er hat einen neuen treuen Begleiter: „Cupid me“, also „Amor ich“. Mit diesem ebensofetten, aber ungleich freundlicheren zweiten Ich interagiert er, als ob er wirklich da wäre – vielleicht eine Art, den Verlust seiner geliebten Puppen in Staffel 15 zu verarbeiten?

Quelle: kotaku.com

Goldig: Mr. Garrison hat eine ganz eigene Interrpetation des Kriegs der fünf Könige.

Ich habe schon darauf gewartet, dass South Park Game of Thrones aufs Korn nimmt – schade, dass es nicht in einer eigenen Episode stattfindet. Ganz arbiträr ist die Verbindung in dieser Episode aber gar nicht einmal – in der derzeit gerade in den USA laufenden zweiten Staffel von Game of Thrones gibt es bislang erst einen einzigen schwarzen Charakter mit Dialog, und der ist ausgerechnet ein Schmuggler – Andererseits, wer ist in dieser Serie schon unbescholten? Ich habe mich köstlich über Mr. Garrisons Geplapper amüsiert, als er die Serie im Grundschulgeschichtsunterricht thematisierte.

Jetzt ist erstmal Pause mit South Park – erst im Herbst dürfen wir wieder mit neuen Episoden rechnen. Bislang war die 16. Staffel recht gut. Klar, ein paar Stinker sind in jeder Staffel dabei, doch insgesamt muss man sagen: South Park, you’re not getting old.

Bla:

„Love is the bestest thing in the world.“ Wer hätte gedacht, dass wir das je aus Cartmans Mund kommen hören würden?

– Cartmans Interpretation von „I Swear“, so verdammt kitschig, schön gesungen.

“Kyle… I love you, babe. You can run all you want, try to pretend you like girls… but dammit, when we kiss, there’s MAGIC. Don’t let it go, Kyle. I want to hold you every morning and love you every night, Kyle… I promise you nothing but love and happiness.” 

– Butters kümmert sich um Cartman, als der flennend im Bett liegt. Die beiden halten Händchen… So weit ist es mit den beiden schon gekommen.

– Ich verstehe die Szene mit der Werbung für „Soft Serve“ nicht so recht. Sie ist Katalysator dafür, dass Cartman seine Enttäuschung über Tokens und Nicholes Trennung überwindet, aber sonst? Wohl eine Referenz, die mir nicht geläufig ist.

Fazit: 8,0 von 10 Punkten.

Cartman Finds Love“ ist der beste Beweis dafür, dass auch South Parks weniger sozial kritische Geschichten gut gelingen können. Nicht, dass die ganz abhanden gekommen wäre, doch sie ist subtil in eine süße Geschichte gepackt – zwei Eigenschaften, die beispielsweise der Vorgängerfolge „I Should Have Never Gone Ziplining“ fehlten. Auch an witzigen Momenten mangelte es kaum – Cartmans surrealem Glück über Tokens und Nicholes Beziehung sei Dank.

Cartman Finds Love” ist bis 3.5.2012 und ab Juni 2012 wieder HIER legal und kostenlos auf der offiziellen South Park Homepage verfügbar.

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Ein Gedanke zu “South Park 16.07 „Cartman Finds Love“: Armor Eric.

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