V – Die Besucher 1.01 „Wir kommen in Frieden“: Die Ankunft.

„Wo waren Sie heute morgen?“

Mit diesen Worten begrüßt uns die TV-Serie V – Die Besucher. Diese lief zwar bereits letztes Jahr auf Pro 7, entging damals allerdings meiner Aufmerksamkeit, nicht zuletzt deshalb, weil ich damals keinen Fernseher besaß. Nun läuft die Serie auch im österreichischen Tochtersender der ProSiebenSat.1 Gruppe, Puls 4, jeden Donnerstag in Doppelfolgen, und ich habe mich dazu entschlossen, mich in die Serie zu stürzen.

Quelle: wikipedia

Der Tag der ersten Begegnung mit den Besuchern, wie die Aliens in dieser Serie heißen, ist ein monumentaler – riesige Raumschiffe schweben über den größten Städten der Erde (und über den Pyramiden, einfach so, um den internationalen Flair zu verstärken) und proklamieren eine Friedensbotschaft. Das erinnerte frappierend an Independence Day, wie auch das Skript selbstironisch zugibt, aber nicht ganz so episch. Insbesondre die Dauer der Ankunft hat mich verwundert – gleich nach der ersten Werbepause sprang man schon auf „drei Wochen später“ – schade. All die politischen und ökonomischen Seiten werden nur durch eine Newssendung von Dale Decker kurz angeschnitten, da fühlt man sich ja fast wie bei Flash Forward, welches auch durchs Auslassen dieser Aspekte viel Potenzial verschenkte.

Die Besucher verkünden ihre Absichten auch gleich, damit der verehrte Weltbürger und Zuseher weiß, warum sie hier sind: Im Austausch für Rohstoffe erhalten wir die Technologie der Außerirdischen. Es wird kein Hehl darum gemacht, dass sie das die Menschen nur glauben lassen wollen – die Manipulation des Interviews und Annas allzu perfektes Aussehen (ähem) schreien das ja förmlich. Und gut, die Serie wäre ja auch wohl eher fad, wenn sie wirklich in friedlicher Absicht gekommen wären.

Man wird schnell mit den rund zehn Hauptcharakteren konfrontiert, und es geschieht recht elegant – durch kleine Kniffe erzählen uns die Macher in nur wenigen Sekunden, wer wer ist und mit wem er verkehrt. Besonders schön fand ich, wie sie sich gegen Ende recht unvorhergesehen fast alle zusammenfanden – Erica, Jack, Georgie und Ryan. Und Dale.

Dale fand ich doch ziemlich enttäuschend. Es war jetzt wirklich keine Überraschung, dass er der Maulwurf ist, schon mal deshalb, weil wir sonst noch keinen anderen FBI-Agenten kennen gelernt haben, der es hätte sein können. Die Geschichte lief dann genau wie der Pilot zuFringe ab – der Partner war der Verräter, stirbt vermeindlich durch die Hand der Agentin, die blonde Hauptagentin fühlt sich sehr verraten, wird ihn aber im späteren Verlauf der Geschichte komplett vergessen. Und Dale  ist ein Charakter, den man durchaus vergessen kann.

Eliizabeth Mitchell, die in Lost schlichtweg fantastisch war, spielt die FBI-Agentin Erica. Bislang fand ich die Rolle solide, aber ich kann mich noch so gar nicht recht identifizieren. Es ist so wenig Persönliches an ihr – irgendein Tick oder Fimmel oder so hätte es mir leichter gemacht, mich mit ihr anzufreunden. Ihr Sohn meldet sich hingegen für die Friedensorganisation der Besucher an – eine Storyline, die noch interessant zu werden verspricht, im Gegensatz zu seiner oberflächlichen und künstlich wirkenden Faszination mit Lisa, einer Besucherin. Die scheint nicht gerade vor Potential zu strotzen.

Quelle: fernsehmenschen.de

Die Hauptcharaktere Von V - Die Besucher, von links nach rechts: Pater Jack, Ryans Freundin, Tyler, seine Mutter Erica, Anna, Chad Decker, Ryan.

Die Prämisse der Serie gefällt mir ausgezeichnet – die Besucher leben schon seit vielen Jahren unter uns Menschen und versuchen, uns in den Ruin zu treiben und schließlich auszulöschen. Interessanter jedoch ist: Wer ist ein Besucher, und wer nicht? Von den Hauptcharakteren können wir das großteils jeweils mit Bestimmtheit schon sagen, von den Nebencharakteren noch nicht. Da wäre zum Beispiel Fater Jacks weißhaariger Priesterkollege, der verdächtig empfänglich für die Besucher ist. Oder Ryans Freundin.

Größter Kritikpunkt ist das Vorkommen von mehreren leicht dümmlichen Szenen. Da wäre zum Beispiel das Gespräch von Erica und Tyler, in dem er ihr die Schuld für den Abgang des Vaters zuschob – das klang ziemlich aufgesetzt, hat mich nicht überzeugt. Auch ziemlich unfreiwillig komisch:: „Tyler, du bleibst wo du bist!“. Zwei Sekunden später sagt er seinem besten Buddy jedoch: „Irgendetwas stimmt da nicht, ich muss weg!“ Nicht zu vergessen sind auch Ryans famose Versuche, seine Freundin davon zu überzeugen, dass ihn da niemand angerufen hatte: „Das war niemand. Du bist schön.“ Hahaha.

Faul geschrieben war hingegen einfach die B-Storyline um die Suche nach der Terrorzelle. Die Ermittler stolperten schließlich von einem Hinweis zum nächsten, fanden auch promt alle Verstecke, und generell fehlte da stets die Spannung. Das war alles nicht besonders ausgedacht, verlief zu sehr nach einem Schema, vor allem ohne Hindernisse, die man überwinden hätte müssen.

Außerdem gibt es einige größere Logiklöcher, so wie ich das sehe. Warum schauen die Besucher so aus wie wir? Es müsste doch schließlich auch eine „richtige“ Gestalt von ihnen geben, oder nicht? Und warum sieht die Menschheit die Manipulation von Anna? Aber ich habe Hoffnung in die Serie, und vielleicht stellen sich die vermeintlichen Fehler als wichtige Hinweise zu großen Wahrheiten heraus.

Fazit: 7/10 Punkte.

Vieles stimmt in dieser Serie schon von Anfang an – einige interessante Charaktere, vielversprechende Plotfäden und eine äußerst gelungene Prämisse. Beizeiten entdeckt man unstimmige Szenen oder Dialoge, doch aus Flash Forward-Erfahrung kann ich sagen, dass eine Serie trotz dessen gut funktionieren kann.

Fakten:

V – Die Besucher 1.01
„Wir kommen in Frieden“
Donnerstag, 1.3.2012, Puls 4
Chance, dass ich die Serie weiterverfolge: 50%
Advertisements

Ein Gedanke zu “V – Die Besucher 1.01 „Wir kommen in Frieden“: Die Ankunft.

  1. Ich kann mich noch erinnern, wie ich die erste Serie in den 1980ern gesehen habe. (Zur Erinnerung: Da gab es noch kein Internet – und dadurch konnte auch nicht so viel gespoilert werden). Wir hatten überhaupt keine Ahnung – und plötzlich war diese Serie da. Mit tollen Effekten, die eher ungewohnt waren. Und die Macher ließen sich Zeit mit der Enthüllung der wahren Pläne der Außerirdischen. In der ersten Folge gab es einen kurzen Verdachtsmoment, aber sonst glaubte das Publikum damals wirklich, dass da gute Außerirdische kommen. Für damalige Verhältnisse ziemlich spannend und grauslich.

add your bla:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s